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Blog Age - das Blog von Peter Schink

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Leistungsschutzrecht: Verlustbringer für Verlage

Bislang habe ich die Debatte zum Leistungsschutzrecht mit verwunderter Distanz beobachtet. Jetzt ist der Referentenentwurf da. Was zurückbleibt, ist Kopfschütteln. Das Gesetz stellt nicht nur das Internet auf den Kopf. Es würde Verlage Geld kosten, statt Einnahmen zu bringen. Aus einem einfachen Grund.

Ich versuche nicht, den ganzen Gesetzentwurf und seine Interpretationen widerzugeben. Nur einen Punkt will ich setzen.

Nach ausführlicher Lektüre ist klar: Es sollen tatsächlich "kleine Teile" wie etwa Überschriften geschützt werden. Wer so etwas gewerblich erwähnt, muss künftig zahlen. Die bislang geltende "urheberrechtliche Schöpfungshöhe" gibt es dann nicht mehr.

Urheber können dann Lizenzgebühr verlangen und Abmahnungen verschicken. Sie müssen ihre Ansprüche über keine Verwertungsgesellschaft geltend machen. Das absurde: Jeder der andere im Internet erwähnt müsste anfangen, absurde Lizenzverhandlungen zu beginnen.

Die Regelung gilt nicht nur für Website-Betreiber in Deutschland. Betroffen sind alle Websites, die in Deutschland verfügbar sind. Auch Google, Facebook, Twitter. Googles Suchergebnisse müssten wissen, welche deutschen Urheber sie gerade erwähnen.

Die Konsequenz: Google müsste deutsche Suchergebnisse streichen. Für den Konzern wäre das noch nicht mal eine neue Situation. In einem ähnlichen Fall hat Google einmal alle Links auf einen belgischen Verlag aus dem Index entfernt. Wenn das die Konsequenz des Leistungsschutzrechts ist, wäre wohl eine Lose-Lose-Situation für alle.

Kommentare (1)

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(Blub, 22.12.2012, 21:16 Uhr #)

Wenn man beim Nachrichten ist; was ist mit NewsTweetr los?