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Blog Age - das Blog von Peter Schink

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Google hat eine Achillesferse - Facebook

Ich war mir schon lange sicher, dass Googles Geschäftsmodell eine ziemlich wacklige Angelegenheit für ein globales Unternehmen sein muss. Ich dachte immer, irgendwann muss das Werbegeschäft zusammenklappen. Jetzt bin ich mir sicher, dass genau das passieren wird.

Mark Zuckerberg
Mark Zuckerberg

Goggles Textanzeigen sind genial: Wir bekommen Produktinformationen passend zur Suchanfrage. Das nervt nicht. Klickrate und Websitequalität entscheiden zudem über Preis und Platzierung - die Werbung reinigt sich dadurch selbst. Feine Sache also.

Pustekuchen. Es gibt etwas, dass viel besser ist, als Werbung passend zu meinem Suchbedürfnis. Und das ist Werbung, die weiß, wer ich bin. Die meine Vorlieben kennt. Die weiß, wo ich surfe, was ich kaufe, welche Ausbildung ich genossen habe, wo ich wohne und arbeite, welche Geschlecht ich habe, wie alt ich bin und in welchem Café ich samstags bin.

Genau. Facebook weiß das. Und Facebook setzt das ein, um Werbung seiner Kunden auf der eigenen Seite einzublenden. Als Werbekunde kann man sich aussuchen, wie alt die Zielgruppe sein soll, wo sie wohnt und welches Geschlecht sie hat. Der Rest ist eine Kleinigkeit.

Demnächst ist Google fällig. Facebook Website selbst ist ja seit Dezember bereits größer als Google. Jetzt muss Facebook es nur noch schaffen überall dort Werbung zu verkaufen, wo Google Werbung verkauft. Bei den vielen Websites im Netz, sie mit Adsense selbst Google-Anzeigen ausspielen. Das ist leicht und Facebook erkennt uns mittels "Connect" und "Llke" sowieso überall im Netz wieder.

Wenn die Facebook-Werbung dort so richtig gut klickt (woher wissen die bloß, dass ich ein neues Macbook brauche?) wird sie attraktiver sein als Goggles Textschnippsel.

Facebook wird zu Goggles Achillesferse. Am Ende wird Facebook vielleicht eine eigene Websuche starten.

Kommentare (11)

na
(Gerd, 20.01.2011, 18:39 Uhr #)

Vielleicht verdient Google ja bald mit Android genug...

Na dann ...
(Thomas, 20.01.2011, 19:34 Uhr #)

...viel Spaß mit all der vielen schönen personalisierten Werbung. Das kann ganz schnell im Frust enden, wenn am Ende des Geldes noch soo viel personalisierte Werbung übrig ist. Und dass solche Firmen fast alles über einen wissen...so was kann man doch nicht ernsthaft gut finden *kopfschüttel*

Da sich auch in Zukunft noch genug Menschen außerhalb des kuschligen Kokons Facebook bewegen werden, wird auch Google weiter genug verdienen.

Google...
(cursa, 21.01.2011, 00:01 Uhr #)
...ist nach wie vor eine Klasse Suchmaschine, und ich denke der Facebook Hype geht auch wieder weg in den nächsten Jahren. Spätestens dann, wenn die Menschen merken, dass man eben nicht seine private Spähre vor der ganzen Welt auszubreiten braucht und das das auch nicht sonderlich hilfreich ist.

Aber es ist schon Interessant zu beobachten. Ich bin Programmierer in der Automatisierung. Und keiner aus unserem Unternehmen nutzt mit seinen echten Daten Social Networks. Wozu auch? Das Internet ist wirklich Facettenreich genug. Und über die weitreichenden Konsequenzen von sozialen Netzen wurde am Mittagstisch hinreichend diskutiert.

Besonders Interessant ist der "Like" Button. Damit lässt sich so richtig schön spionieren. ;)

Hier gibt es den "dislike" Button:
http://www.fsf.org/facebook

gute Nacht. :-)

Aufklärung
(Marcel, 21.01.2011, 09:25 Uhr #)
Dieses ganze Gelaber über "Daten ausbreiten" und "das Unternehmen muss nicht wissen, wer ich bin" kann ich schon lange nicht mehr hören.
Natürlich kann die Werbung gerne wissen, wer ich bin. Ich schaue mir lieber Werbung zu Fußballschuhen als zu Balettschuhen an.
Das Wort "Aufklärung" sollte aber ganz oben auf der Agenda sein und jedem sollte klar sein, dass er das, was er im Internet und speziell bei Facebook postet und eben NICHT durch Gruppen und Gesetze nur für Befugte zugänglich macht, dann eben der ganzen Welt zugänglich ist. Daran hapert es leider. Ansonsten kann die Werbeindustrie gerne wissen, wer ich bin und was ich brauche, dann muss ich selbst nicht so lange danach suchen. Sehr komfortabel!

Aufklärung der Aufklärer
(dms, 21.01.2011, 10:09 Uhr #)

@Marcel:
Ich sehe da einen Denkfehler Deinerseits. Die Werbung muss nicht wissen, WER Du bist, sondern WAS du brauchst.

Wenn die Werbung nur weiß, wer Du bist, wird sie Dir sagen, was Du brauchst. Ggf glaubst Du das auch, zumindest haben sie genügend Anhaltspunkte, um Dich passend zu behandeln, damit Du es glaubst.

Eine Werbung neben einem Suchergebnis ist meiner Meinung nach der Mittelweg zwischen passender Werbung und der Streuung privater Daten.

Aufklärung der Aufklärer
(Marcel, 21.01.2011, 10:46 Uhr #)

Woher soll die Werbung wissen, was ich brauche, wenn sie nicht weiß, wer ich bin? Und wie soll dann personalisiert zielgerichtet Werbung ausgestrahlt werden, wenn niemand weiß, wer hinter dem Rechner sitzt (nämlich ich in den meisten Fällen - ja ich habe schon eine kleine Einschränkung gemacht :) )?
Ich habe damit keine Sorge, Sorge habe ich nur damit, wie naiv viele Leute ihre höchst intimen und privaten Daten und Bilder über das gesamte Netz veröffentlichen und hinterher schreien. Vorher nachdenken und nur die Daten freigeben, die man auch freigeben möchte. Dann passt es schon, auch mit der zielgerichteten Werbung ;-)

Kleiner Nachtrag
(Marcel, 21.01.2011, 10:47 Uhr #)

Übrigens finde ich es da viel bedenklicher, dass das Einwohnermeldeamt meine Daten an die GEZ überspielt!!! ;-)

Aufklärung der Aufklärer
(dms, 21.01.2011, 11:39 Uhr #)

@Marcel:
Wenn ich Dich nach etwas frage, weißt Du automatisch, was ich brauche (zumindest zu dem Zeitpunkt).

Ich gehe auch nicht in ein Geschäft und ziehe mich vor den Angestellten aus, mache Seelenstriptease, um mich gut beraten zu lassen zu können :-)
Meist geht man doch hin und fragt allgemein nach. "Haben Sie Kaffeemaschinen?". Dann kann der Berater sich drauf einschießen.

Und so kann es auch die Suchmaschine. Dazu brauch ich kein Facebook mit Partyfotos :-)

Aufklärer
(Marcel, 21.01.2011, 12:11 Uhr #)

Da gebe ich dir Recht! Daher ja auch der Hinweis, man sollte eben wissen, was man veröffentlicht und was nicht.
Grundsätzlich finde ich personalisierte Werbung schon nicht schlecht, besser als Anzeigen für Hautcremes für Frauen ab 50 zu sehen. Interessiert mich nicht. Werbung kann ja auch aufklärend sein, man nimmt die Trends und Neuheiten wahr, das finde ich auch immer gut.

Aber man sollte sich eben nicht "blank" machen, ebensowenig sollte man dementsprechend sein gesamtes Leben bei Facebook für jedermann öffentlich posten.
Hier fängt eben der Schritt Aufklärung an! Was schreibe ich wo, wem gebe ich das frei und was bedeutet das eigentlich?
Ich sag nur: Facebook = Die Truman Show

Bin mir da nicht so sicher
(Stefan Münz, 25.01.2011, 09:05 Uhr #)
Ich bin mir da nicht so sicher, ob eine Umgebung, die weiß, wo ich wohne, welchen Geschlechts ich bin, und was ich mag oder nicht mag, mir wirklich so viel bessere Werbung bieten kann. Dem liegt nämlich der Irrtum zugrunde, dass ich Werbung um so besser finde, je mehr diese mir das präsentiert, was ich kenne. Das ist aber Unsinn. In Google Mail gucke ich mir manchmal die Ads am Rand an und überlege mir, aufgrund von welchem Algorithmus welche Botschaft wohl dort gelandet ist. Was mir daran gefällt, ist, dass manches ganz eindeutig ist, weil es auf irgendwelchen Begriffen im Text der Mail basiert. Bei anderen Werbungen ist dagegen kaum nachvollziehbar, wie gerade die dahin kommen. Aber genau diese Mischung aus berechenbar und unberechenbar, aus nachvollziehbar und chaotisch ist es, die den Reiz ausmacht. Denn niemand mag in Schubladen gesteckt werden. Könnte es nicht sein, dass ich nicht vielleicht sogar genervt bin, wenn ich ständig Werbung des einzigen Autohauses am Ort sehen muss, obwohl ich dort schlechte Erfahrungen gemacht habe und lieber woanders hingehe? Und wer sagt denn, dass ich eine Partnervermittlung brauche, nur weil ich gereade eine Trennung hinter mir habe? Annahmen, die nicht auf echter Kenntnis einer Person beruhen, können sogar sehr gefährlich sein und als Schuss nach hinten losgehen. Schon bei der Werbung bei Amazon habe ich mich einige male geärgert, was die künstliche Intelligenz dort von mir denkt. Das ist ein Terrain, wo sich die Anbieter sehr vorsichtig bewegen sollten. Sonst ist das vermeintlich tolle Geschäft mit den Daten schneller dahin als sie glauben.

ich bin mir sicher
(Peter Schink, 25.01.2011, 17:00 Uhr #)
@Stefan: Ich würde Dir zustimmen. wenn es wirklich so wäre, dass die "Social Werbung" nur gruselig wäre und mir z.B. nach Trennung sofort eine Singlebörsen-Werbung anbieten würde. Ich schätze Dir Werbeindustrie allerdings so ein, dass ähnliche Effekte des Unerwarteten wie Du sie bei Google beobachtest, auch in "Social Werbung" zu finden sein werden. Beispielsweise die Werbung für die Singlebörse, wenn ich gerade eine neue Katze gekauft habe. Zumindest solange die Statistik sagt, dass Katzenliebhaber zu 80% Singles sind... ;) aber ja, ich stimme mit Dir überein, dass das Terrain vermint ist.