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Blog Age - das Blog von Peter Schink

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Ich brauche (fast) keinen Computer mehr

In der letzen Zeit haben eine Reihe von Leuten darüber geschrieben (1, 2), dass der "Cloud" die Zukunft gehöre. Das klingt alles sehr wolkig bis nebulös. Alle Applikationen und Dateien sollen bald und irgendwie nur noch online verfügbar sein. Ich finde, von ZUKUNFT kann keine Rede sein. Ein kleiner Praxisbericht.

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Eigentlich ist die Diskussion eine der Gegenwartsbewältigung. Mein Nutzungsverhalten ist doch längst in der Cloud angekommen. Einen stationären Computer brauche ich - fast - nicht mehr.

1. Bei mir fängt Cloud Computing bei der Internetnutzung an. Mein Blog, mein Facebook, mein Twitter, meine Nachrichten, del.icio.us, Flickr, YouTube und LastFM, alles befindet sich in der "Cloud". Kurzum, meine gesamte Informationswelt ist schon dort.

2. Meine Büroorganisation ist auch schon da. Ich nutze Googles Mail, deren Kalender, meine Kontaktliste liegt auch dort, seit kurzem Pflege ich selbst meine ToDo-Liste bei Google. Warum? Weil ich mit zwei Rechnern und Handy die ständige Synchronisation schon lange Leid war. Mit Google ging's leichter. Und seit ich ein Android-Handy habe, fällt die Synchronisation quasi gar nicht mehr auf, sie geschieht unauffällig im Minutentakt.

3. Auch meine Kommunikation ist wolkig. Google Talk läuft webbasiert, mein 030-Telefonanschluss ist nicht mehr als eine Software, die sich auf Macbook oder Handy starten lässt.

4. Lange Zeit waren noch meine Daten an Rechner gebunden. Word, Powerpoint- und Exceldateien, auch Bilder und andere Dokumente klebten förmlich an einem Stück Hardware. Eine mobile Festplatte hat irgendwann das Problem nur so halb beseitigt. Die eigentliche Abhilfe kam durch die Dropbox. Dort liegen nun alle meine privaten Dateien, ordentlich gesichert. Sie sind jederzeit an beliebigen Rechnern verfügbar, weil Dropbox schlicht synchronisiert - so dass Betriebssysteme dann wie gewohnt offline damit umgehen können.

Im Wesentlichen war's das auch schon. Damit sind alle wesentlichen Dinge meines Computeralltags online.

Was fehlt? Vor allem ordentliche Office-Programme, Bildbearbeitung und ähnliches in der Cloud. Google und Microsoft geben sich ja redlich Mühe, aber der Funktionsumfang der Online-Varianten ist immer noch nicht adäquat. Mir persönlich mangelt es an Dingen wie automatischen Inhaltsverzeichnissen, Kopf- und Fußzeilen oder dem Änderungsmodus. Um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Heute nicht mehr in der Cloud zu arbeiten wäre für mich nicht vorstellbar. Ohne die Dropbox wäre unsere kleine Agentur mit Standorten in Berlin und Köln wohl wesentlich schlechter sync-organisiert.

Es handelt sich also bei der "Cloud" keineswegs um ein wolkiges Thema.

Kommentare (45)

computer für die cloud
(Bernd Oswald, 13.07.2010, 16:16 Uhr #)
...wobei Du natürlich einen Computer brauchst, um Dich in die Cloud einloggen zu können....
Aber es stimmt Cloud-Computing macht vieles einfacher, vor allem, was Kollaboration betrifft. Ich finde hier Google Wave sehr praktisch.

latex in google docs
(thomas, 13.07.2010, 16:58 Uhr #)
Weil du automatische Inhaltsverzeichnisse etc ansprichst: Google Docs kann seit neulich LaTex. Das hat zwar am Anfang eine steilere Lernkurve, aber ist prima.

Aufgaben und Kontakte?
(Martin, 13.07.2010, 22:39 Uhr #)
Kommst Du damit bei Google wirklich klar?

Aufgaben ist ja noch äusserst rudimentär und Kontakte fehlen zahlreiche Datenfelder. Leider scheint Google beide Funktionen nicht allzu aktiv zu entwickeln … :(

thx
(Peter Schink, 14.07.2010, 09:14 Uhr #)
@Martin: Ja, die ToDo-Liste bei Google ist echt Mega-rudimentär. Ich hoffe, da ge bald noch mehr... Aber mit den Kontakten komme ich eigentlich ganz gut klar.

@Thomas: puh, vor habe ich schon vor zehn Jahren bei meiner Diplomarbeit zurückgescheut. Gibt es einen Doc -> LaTex-Konverter? ;)

Zukunft?!?
(Heiko, 14.07.2010, 09:23 Uhr #)

Das heißt also für mich als völlig Unwissenden:
Alle Daten liegen auf irgendeinem Server im Netz. Ich habe keine Kontrolle darüber, wer auf diese Daten zugreifen könnte?!
Alle Kontakte, Termine etc. liegen irgendwo im Netz. Ich bin also gezwungen, in irgendeiner Form immer online zu sein, um darauf zugreifen zu können?!
Ich bin vollkommen abhängig von Technik, da ich weder einen Papierkalender, noch ein Adressbuch in Papierform, noch irgendwas anderes dieser Dinge habe?!
Ich MUSS mich also darauf verlassen, dass ich jederzeit Zugang zu meinen Daten habe, kann es aber eigentlich gar nicht beeinflussen?!

Das klingt für mich nach Abhängigkeit, totaler Überwachung(smöglichkeit) und so, aber nicht nach Zukunft oder Fortschritt.

"1984" lässt grüßen...

Das hat nichts mit cloud computing zu tun
(Andreas, 14.07.2010, 09:27 Uhr #)
1. kein cloud computing
2. kein cloud computing
3. kein cloud computing
4. kein cloud computing

Ich finde es immer wieder faszinierend wie wohlklingende Buzzwords so lange falsch verwendet und tot geprügelt werden, bis auch nicht der Rest der eigentlichen Bedeutung mehr da ist. Sie arbeiten mit webbasierten Anwendungen (1. 2. 3.), nicht mehr und nicht weniger. Und die Netzwerkfestplatte (4.) ist nun auch keine Erfindung von cloud computing.

Aviary
(Michael Keukert, 14.07.2010, 09:56 Uhr #)
Probier' mal Aviary als Bildbearbeitung :-)

Bis die Internetverbindung aussteigt...
(Oliver, 14.07.2010, 10:26 Uhr #)

kürzlich hatte über einen Tag keine Internetverbindung - der DSL-Provider hat gestreikt. Und plötzlich waren alle Daten, Kontakte, Aufgaben, Dokumente weg... (bzw. nur noch auf dem Android-Handy abrufbar)


(OleS, 14.07.2010, 10:27 Uhr #)

@Andreas Wieso ist das kein Cloud Computing? Definiere doch mal nach deiner Meinung den Begriff.

@Peter @Martin
Wieso nutzt ihr für die ToDo-Liste nicht einfach RemembertheMilk? Kann man direkt in google als Plugin importieren und so auch synchen.

Klar ist das die Zukunft
(Chris, 14.07.2010, 10:31 Uhr #)

@Andreas

Hast wohl das Buzzword nicht richtig verstanden. Wenn das kein CloudComputing ist was dann?

Das ist sehr wohl cloud computing
(Felix, 14.07.2010, 10:33 Uhr #)

@Andreas: na dann schauen wir doch mal ins Lexikon, was CC ist: http://de.wikipedia.org/wiki/Cloud_Computing

Alle Punkte 1-4 sind IaaS oder SaaS und somit dem Cloud Computing zugehörig. Oder wie lautet Deine Definition?


(OleS, 14.07.2010, 10:38 Uhr #)

@Andreas Wieso ist das kein Cloud Computing? Definiere doch mal nach deiner Meinung den Begriff.

@Peter @Martin
Wieso nutzt ihr für die ToDo-Liste nicht einfach RemembertheMilk? Kann man direkt in google als Plugin importieren und so auch synchen.

Das ist Cloud-Computing
(Tom Stein, 14.07.2010, 10:57 Uhr #)

Die Cloud ist eine Wolke von Rechnern - also mehrere Rechner, nicht bloß einer, auch nicht ein Cluster (also mehrere Rechner, die sich nach außen wie einer verhalten). Sondern eben viele, die jeder ein bisschen zu einer Aufgabe beitragen. Dies kann entweder durch verteiltes Rechnen erfolgen - so wie im SETI-Projekt, wo viele Rechner mithelfen, Signale zu analysieren, wer Zeit hat meldet sich und übernimmt einen Rechenjob. Oder es kann durch verteilte Datenhaltung erfolgen. Da gibt es einen kleinen aber noch wichtigen Unterschied zwischen "die Daten liegen *irgendwo* verteilt in der Cloud" und "die Daten liegen verteilt im Netz, je nach Datum auf einem anderen (eindeutig identifizierbaren) Cluster bei Blog, mein Facebook, mein Twitter, meine Nachrichten, del.icio.us, Flickr, YouTube". Der Unterschied ist: In einer Cloud habe ich keine Kontrolle, wer welche Daten speichert,. hoffentlich sorgt eine Redundanz dafür, dass stets alle Daten verfügbar sind. Bei einem Cluster dagegen weiß ich, dass meine Videos bei YouTube gespeichert werden (auch wenn innerhalb von YouTube aus meiner SIcht eine Cloud werkelt, da ich den oder die konkreten Server nicht bestimmen kann).

Also: Die meisten Cluster sind intern eine Cloud, aber nach außen eben nur ein Cluster. Ich weiß (zum Glück), wie ich meine Daten wiederfinde.


(norb, 14.07.2010, 11:00 Uhr #)

Die "Cloud" ist also die Zukunft?
In Zeiten in denen Mobiltelefone schon mehr Speicherkapazität haben als PCs vor 10 Jahren und über Hochgeschwindigkeitsinternetzugänge verfügen, über die man beliebig große Dateien in kürzester Zeit verschicken kann, soll der seit Jahrzehnten propagierten "Cloud" die Zukunft gehören?

Es geht aber auch ganz ohne Google
(napfekarl, 14.07.2010, 11:01 Uhr #)
... wollte ich nur mal so am Rande erwähnen... Könnte ja sein, dass der ein oder andere seine Daten nicht Google anvertrauen möchte.

Cloud
(Schaedeldx, 14.07.2010, 11:29 Uhr #)

Google hat nicht nur einen Rechner. Sie haben mehrere, sonst könnten die ganzen Anfragen nicht verarbeitet werden. Ich persönlich würde von einer Cloud sprechen. Abgesehen davon, dass ich es Server und nicht Rechner nennen würde.


(Andreas, 14.07.2010, 11:32 Uhr #)

@Felix @OleS @Chris

Das Problem ist, dass ihr das Prinzip und den Sinn nicht versteht. Es geht hier lediglich um das was hinter den Kulissen abgeht. Cloud Computing meint das dedizierte Bereitstellen von Rechenleistung an einen Leistungsabnehmer. Im Fall von Herrn Schink ist der Leistungsabnehmer Google selbst, nicht Herr Schink. Für den ist die Cloud vollkommen transparent. Und technisch gesehen hätte es Facebook, Blog und Co. auch schon vor 10 Jahren, ohne Cloud Computing geben können.
Cloud Computing gibt Anbietern von Software wie bspw. GoogleMail oder Facebook die Möglichkeit, diese enormen Lasten überhaupt zu stemmen. Hier können nämlich mehrere Server wie ein einzelner agieren. Die Leistung kann mit der Anzahl der Server fast beliebig skaliert werden. Mal ein Beispiel das erläutert was Cloud Computing wirklich ist:
Herr Schink schreibt einen interessanten Beitrag der auf dem Bildblog verlinkt wird. Der Server von Herrn Schink schafft die Anzahl der Zugriffe aber nicht. Nun kann Herr Schink zu einem Cloud Computing Anbieter gehen (bspw. Amazon) und mietet sich einen Cloud Server mit sagen wir 10 CPUs und 48GB RAM. Schnell merkt er, dass das nicht reicht, und mietet sich einfach noch 16GB RAM und 5 CPUs hinzu. Amazon macht das, und die Seite ist wieder flüssig erreichbar. Alle sind glücklich.
Alle Nutzer die Herrn Schinks Seite lesen, interessiert das aber nicht im geringsten, würden nach eurer Definition aber bereits Cloud Computing nutzen. Genauso wenig nutzt Herr Schink Cloud Computing wenn er GoogleMail oder Facebook nutzt. Google und Facebook nutzen Cloud Computing um Herrn Schink und den Millionen anderen Herrn Schinks das mit einer annehmbaren Reaktionszeit zur Verfügung stellen zu können.

@Felix:
IaaS oder SaaS
Wie oben angedeutet, die Infrastruktur und Software nutzt Google oder Facebook. Du siehst lediglich das User Interface (View: http://de.wikipedia.org/wiki/Model_View_Controller) und hast auch keine fest definierten Leistungen (Rechenleistung/Speicherplatz).

Cloud Computing ist ein Nutzungskonzept
(Aro, 14.07.2010, 11:58 Uhr #)

Cloud Computing ist keine konkrete Technologie sondern ein Nutzungskonzept von Soft- und Hardware. Man kann es auch als Geschäftsmodell auffassen. Der Betreiber der Cloud bietet dem Nutzer die Möglichkeit seine Hard- und Software zu nutzen und dabei nach Belegung des Speichers und des Prozessors abzurechnen.
Alternativ kann der Betrieber dem Nutzer aber auch direkt Software zur Verfügung stellen oder beides kombinieren.
Für den Kunden bedeutet es das er sich nicht darum kümmert welche Hardware er benutzt und welches Betriebssystem, er muss nur wissen wie seine Laufzeitumgebung aussieht (das kann das Betreibssystem sein, aber auch ein Applicationserver) oder eben die konkrete Software wie eine Office-Suite.
Der zweite wichtige Aspekt ist das die Hardwareressourcen nicht statisch Begrentzt sind, sondern nach Bedarf bereitgestellt und auch bezahlt werden.

Der wichtigste Aspekt einer Cloude ist eigentlich das die Ressourcen nach Bedarf bereitgestellt werden und man nicht an eine konkrete Anwendung gebunden ist.
So gesehen ist die Nutzung von Software unabhäniger Anbieter kein Cloud Computing. Ansonsten wäre jeder E-Mail-Server (die Software ist gemeint) bei dem Speicherplatz und auch Rechenleistungd ynamsich bereitsgestellt wird eine Cloud. Letztendlich ist das aber nur eine Frage der Definition.

Alles andere wie Cluster Computing, Grid Computing und verteilte System stellen die technische Seite dar. Und genau die soll ja vor dem Nutzer verborgen werden.

In Zukunft wird es sicher spezielle Hard- und Software geben die die Erfordernisse von Cloud Computing optimal erfüllen, aber nötig ist das nicht nur effizienter.

Und noch eine kurze Bemerkung zu einem oft genannten Vorteil, Cloud Computing heißt nicht das Software automatisch in ein parallel arbeitendes Programm umgwewandlet wird, das muss der Programmierer machen.

Begriffsverwirrung
(Peter Schink, 14.07.2010, 12:06 Uhr #)
@Andreas: Mir ist schon klar, was die Definition von Cloud Computing ist. Wie gesagt, es handelt sich hier ja um einen "Praxisbericht" - der einfach mal aufzeigt, was "Cloud Computing" für den Anwender bedeutet. Und der Anwender bin ich, nicht Google (der technisch gesehen Leistungsabnehmer ist, ja). Im übrigen geht es aber nicht nur um Rechnerleistung, sondern eben auch um verteilte Software (SaaS) oder verteilten Datenplatz (wie Amazon S3).

@Heiko: Nein, ich bin nicht immer online. Wenn ich nicht online bin, greife ich auf lokale Kopien der Daten, Termine, Kontakte etc. zurück.

@napfekarl Abolut, es geht auch ohne Google. Logisch. Der Eindruck sollte hier nicht entstehen. Ich empfehle auch gerne rembemberthemilk, Zoho und anderes :)

Cloud in den Wolken
(Altvorderer, 14.07.2010, 12:09 Uhr #)
Die Cloud liegt für mich in den Wolken, zumindest vom Heimrechner aus: Light-DSL mit 384 kbit/s. Ja, das Dorfleben...

Sie fehlt mir aber jetzt auch nicht sooo sehr.

Multi Tenancy ja/nein
(gis, 14.07.2010, 14:06 Uhr #)
Um das ganze noch zu komplizieren: m.E. ist SaaS / PaaS / IaaS nur dann wirklich in der Cloud, wenn eine multi tenant Architektur vorliegt, d.h. dass also alle Nutzer auf denselben Stack aus Hardware, OS und Applikationen/Daten zugreifen.

Sobald es aber eine single tenant Architektur ist, d.h. für jeden Kunden/User ein eigener Stack bereitgestellt wird, dann ist es kein Cloud Computing.

Letzteres bietet übrigens SAP unter dem Label Cloud Computing an.

"A cloud is not a cloud when it’s not in the cloud."
http://www.zdnet.com/blog/saas/when-is-a-cloud-not-a-cloud/846

Danke für die Warnung
(erdgeist, 14.07.2010, 14:44 Uhr #)

Wäre ich potentieller Kunde Deiner "kleinen Agentur mit Standorten in Berlin und Köln" würde ich nach einem kurzen Background-Check dringend die Hände von dem Auftrag lassen.

Weder könnte ich davon ausgehen, daß Euch eine stabile Firmen-IT auch nur halbwegs was wert ist – im Gegenteil, alle Daten in die Wolke und Prinzip Hoffnung – noch hätte ich ein wohliges Gefühl dabei, beim kleinsten Google-Verschlucker, AGB-Gefummel oder DSL-Ausfall (falls Du nicht eh in Deiner Stammkneipe sitzt und arbeitest) einen dysfunktionalen Geschäftspartner zu haben. Eure Handhabe, Google dazu zu bewegen, eventuelle Probleme zeitnah zu bereinigen, ist gleich null.

Davon ganz abgesehn würde ich mir verbitten, sensitive Daten, die meine Firma betreffen, von Euch schnurstraks einer anderen Firma auf dem Präsentierteller zu kredenzen. Schlimm genug, daß Ihr das mit den Geschäftsdaten Eurer Agentur so leichtfertig tut.

Clouds klauen
(Skeptiker, 14.07.2010, 14:49 Uhr #)

Was passiert eigentlich mit all meinen Daten in den Wolken?
Was ipassiert, wenn der/die Anbieter keine "Freunde" sind?
Wenn so eine Wolke plötzlich zu regnen beginnt, dann versickern meine Daten im Nirvana und meine Daten gehören nicht mehr mir, sondern der/die Anbieter haben plötzlich das Urheberrecht gemäß AGB. Natürlich kann ich dann evtl. immer noch (gegen Gebühr) darauf zugreifen, falls es einen Ansprechpartner gibt.
Fiktion? Wirklichkeit?

Von der Cloud kann ich nur abraten
(Stefan, 14.07.2010, 14:52 Uhr #)
Vertrauliche Daten liegen auf Servern in den USA, wo es kaum Datenschutz gibt. Gerade Google ist bekannt, dass die vieles auch gerne vermarkten. Auch Wirtschaftsspionage ist Tür und Tor geöffnet. Aldo besser regelmäßig synchronisieren oder einen eigenen Server betreiben.

Au weia, es driftet...
(Tom Stein, 14.07.2010, 14:56 Uhr #)

@Peter Schink: Cloud Computing hat nichts mit verteilter Software zu tun. Es geht um verteilte Ressourcen, die automatisch oder dediziert einer Aufgabe zugeordnet werden können. Wer diese Verteilung nicht sieht, für den ist es keine Cloud - also z.B. Googles Rechner sind innerhalb von Google eine Cloud, aber für uns als Benutzer ist das nicht sichtbar. Google ist einfach da.

@Erdgeist: Du weißt nicht, was für ein Backup-Konzept dahinter steckt. Ich für meinen Teil kann als Angestellter eine weltweiten, riesigen Firma mit spezialisierter IT-Abteilung bei dem weltweiten größten Dienstleister sagen: Erfahrungsgemäß stellt Google die Funktion schneller wieder her als diese zertifizierte, genormte, vertraglich gebundene Truppe. Denn für Google bedeutet eine Nicht-Funktion mindestens einen Image-Verlust und immer auch Geld - unser IT-Dienstleister dagegen hat noch ein paar Eskalations-Stufen, bevor es Geld kostet.
Und was den Datenschutz angeht: Wenn wir fremde Daten bekommen, dann kann die unser Dienstleister auch lesen. Ob der "netter" ist als Google? Er ist auf jeden Fall ebenso unbekannt. Und er ist genauso vertraglich gebunden, ohne dass ich eine wirkliche Kontrollmöglichkeit habe...

Drift
(Peter Schink, 14.07.2010, 17:27 Uhr #)
@TomStein Danke für die Versachlichung :)

Gefährliches Halbwissen
(Ralf Wenzel, 15.07.2010, 05:32 Uhr #)
Moin Moin, 

zunächst einmal muss man feststellen, dass ein Unternehmen, das personenbezogene Daten in einem (datenschutztechnisch aus EU-Sicht betrachteten) unsicherem Drittland (hier: USA) speichert, gegen das Bundesdatenschutzgesetz verstößt. Gerade im Hinblick auf die Auftragsdatenverarbeitung (geregelt in Par. 11 BDSG) sind die Regelungen massiv verschärft worden. Daher kann man einem Unternehmen nur raten, sich vor der Verwendung solcher Abos vorher durch ausgewiesene Fachleute mit Erfahrung beraten zu lassen, welche Dienste rechtmäßig genutzt werden können UND die Anforderungen des Unternehmens bestmöglich abdeckt. 

Cloud-Lösungen können gewaltige Vorteile bieten, aber eben auch Fallstricke beinhalten. Eine solche Cloud wird von bezahlten Profis betreut, die tlw. in Bunkern und hinter Panzertüren arbeiten. Ein solches Sicherheitsniveau kriegt man eigenmächtig nie hin. 

Wenn der Autor meint, dass ER sich nicht angesprochen fühlt wenn von der Zukunft geschrieben wird: Das ist falsch. 

BTW: Ausgerechnet der Datenkrake Google sollte man seine Daten nicht zwingend geben. 

Ralf Wenzel
Datenschutzberater
Cloud-Computing-Berateer
zh

Cloud am Dorf
(giesewickl, 15.07.2010, 08:18 Uhr #)
Das "Cloud-Computing" ist ja alles schön und gut, vor allem in Großstädten mag das ja funktionieren.
Aber so lange die Netze nicht besser ausgebaut sind, ist das nichts.
Hier in der Gegend, im Herzen der schönen Oberpfalz, gibts kein DSL außerhalb der Stadtgrenzen. Wenn ich mir vorstelle, z.B. als Vertriebsmensch auf meine Daten angewiesen zu sein, macht das Berabeiten von z.B. 14 MB Powerpointpräsentationen mit ISDN- Geschwindigkeit keinen Spaß.
Ohne "DSL für alle" ist das eine schöne Idee, allerdings nur für eine ausgewählte Gruppe nutzbar.

Abhängigkeiten
(Ralf Wenzel, 15.07.2010, 09:05 Uhr #)
Moin nochmal,

ein Nachtrag an alle, die sich vor zu großer Abhängigkeit fürchten: Wir sind ständig abhängig. Vom Telefonnetz, dem Mobilfunknetz und dem Stromnetz zum Beispiel. Es ist kein grundsätzliches Problem, im Rahmen eines Netzwerkes zu arbeiten - und immerhin leisten Cloud-Anbieter Verfügbarkeiten, die kein Mittelständler mit vertretbarem Aufwand leisten kann; bei einer Sicherheit, die ebenfalls kein Mittelständler mit vertretbarem Aufwand leisten kann.

Natürlich muss man sich seinen Vertragspartner gewissenhaft aussuchen - aber das muss man immer. Immerhin vertrauen wir doch allen unseren Banken unser Geld an, oder?


Gruß


Ralf Wenzel


(Heiko, 15.07.2010, 15:29 Uhr #)

Zitat: "Natürlich muss man sich seinen Vertragspartner gewissenhaft aussuchen - aber das muss man immer. Immerhin vertrauen wir doch allen unseren Banken unser Geld an, oder?"

Genauso ist es. Aber solche Artikel vermitteln oft den Eindruck, als würde genau darüber nicht nachgedacht.
Die weltweite Vernetzung bietet viele Vorteile. Das möchte ich nicht bestreiten.
Aber vor allem Firmen sollten darüber nachdenken, inwieweit sie ihre Personal-/Kunden- oder sonstigen Daten auf Servern im Netz ablegen, auf die sie NULL Einfluss haben.

Cloud Computing die Zukunft?
(kira, 15.07.2010, 15:34 Uhr #)
Gab's das nicht alles schon mal? Ganz früher, mit den Großrechnern und den Bedien-Terminals, die nur zur Eingabe und Ausgabe dienten?


(Ralf Wenzel, 15.07.2010, 15:40 Uhr #)
Ich habe vor einer Weile ein Projekt bei einer Firma gemacht, die gesagt haben: Es ist uns völlig egal, ob jemand weiß, welche Forderungen wir offen stehen haben, mit dem Wissen kann keiner etwas anfangen. Wichtig ist, dass die Pläne für die Geräte, die wir entwickeln, vertraulich behandelt ewrden.

Ich würde nicht so weit gehen, dass man den Schlüssel zum Unternehmen unter die Fußmatte legt, wenn man sich für eine Cloud-Lösung entscheidet. Tausende von Unternehmen müssen einmal pro Jahr ihre Geschäftsberichte veröffentlichen. Um ehrlich zu sein: Mich interessiert die Kalkulation meines Handwerkers einen Keks


Gruß


Ralf

Terminals
(Ralf Wenzel, 15.07.2010, 15:42 Uhr #)
Richtig, kira, die gab es. Und mittlerweile weiß man, dass diese ganze Client/Server-Struktur zweckfrei ist. Denn: Ohne Server geht eh nix mehr. Es gibt kaum Sachen, die man lokal am Client machen kann, ohne im Firmennetz zu hängen. Fällt der zentrale Fileserver aus, steht der Betrieb.


Ralf

wölkchen ;)
(Michaela, 17.07.2010, 13:53 Uhr #)
wenn ich die Profis hier, die nicht nur Buzzword-Bashing mit dem Wort Cloud Computing betreiben, sondern Ahnung haben , als zukünftige Mitarbeiter für einen meiner Mandanten hätte wäre ich selber über den Wolken ;)

Danke für den interessanten Diskussionsverlauf

Gruß aus Berlin

Michaela

Nachweis für Googles Fehlverhalten?
(Krassna, 17.07.2010, 14:28 Uhr #)
Immer wieder wird bei Google Bashing behauptet, daß Google gern die Daten seiner Kunden weitervermarktet(@Stefan) bzw. eine "Datenkrake" sei (@Ralf Wenzel).

Wie wäre es wenn Ihr mal konkreter belegt, was Ihr da so behauptet? Wo hat sich Google daneben verhalten? (Mal abgesehen von dem selbst zugegebenen Streetview Fehler und das etwas zu offene Buzz am Anfang).

Mir sind keine Datenlecks bzw. ungesetzliche Nutzung von Kundendaten seitens Google bekannt.

Wovon Google lebt....
(Ralf Wenzel, 17.07.2010, 15:12 Uhr #)
....solltest du dich vielleicht mal fragen. Sie leben von der Auswertung personenbezogener Daten, wie Xing und Facebook auch. Allein darum schon würde ich sie mit Vorsicht genießen.

Die Sache mit den WLANs bei den Streetview-Aufnahmen reicht eigentlich schon für Misstrauen.

Wovon Google lebt....
(Ralf Wenzel, 17.07.2010, 15:13 Uhr #)
....solltest du dich vielleicht mal fragen. Sie leben von der Auswertung personenbezogener Daten, wie Xing und Facebook auch. Allein darum schon würde ich sie mit Vorsicht genießen.

Die Sache mit den WLANs bei den Streetview-Aufnahmen reicht eigentlich schon für Misstrauen.

a propos Wölkchen....
(Ralf Wenzel, 17.07.2010, 15:15 Uhr #)
@Michaela: Es gibt auf unserer HP (auf meinen Namen klicken) einen interessanten Artikel "Unternehmen auf Wolke 7" -- den kannst du dir mal angucken.

Personalisierte Werbung vielleicht?
(Krassna, 17.07.2010, 15:23 Uhr #)
Ja wovon leben Sie Deiner Meinung nach? Das sie heimlich die interessantesten eMails aus meinem Postfach heraussuchen und jemanden verkaufen???

Machs doch bitte mal konkret!

Google verdient unter anderem das passende Werbung für meine Person eingeblendet wird. Automatisch analysiert auf Basis z.B. meiner aktuellen email. Na und? Das hat keiner manuell rausgesucht.

Zudem bieten Sie auch professionelle Dienste an, die einfach gut laufen und von deren Kunden angenommen werden - schau mal unter Google Apps z.B. ... Auch Suchmaschinen können sich Unternehmen von Google einkaufen.

Die Sache mit den WLANs reicht für Panik schon mal gar nicht:
Unterstellen wir mal kurz Absicht. Was bringt es Google, beim vorbeifahren in den ohnehin wenigen unverschlüsselten Netzen mitzuschneiden, dann aber nicht einmal kontinuierlich sondern dabei noch die Kanäle 5 mal pro Sekunde zu wechseln? Da gehen doch wieder angeblich wertvolle Infos verloren...

Ich gehe da eher von ner echten Panne aus. Dämlich ja, aber Absicht?

Bislang höre ich hauptsächlich unbelegte Gerüchte, wie Google angeblich sein Geld unlauter verdient. Das ist FUD solange keine Belege kommen. Die würden mich nun mal wirklich interessieren.

Doch nicht nur Werbung....
(Ralf Wenzel, 17.07.2010, 15:35 Uhr #)
Du springst zu kurz. Xing schaltet kaum Werbung und sie leben trotzdem sehr gut. Abstrakt gesagt: Solche Firmen werten die sozialen Netze aus, die sich dort bilden und verkaufen die daraus gewonnen Erkenntnisse.

Das ist ungefähr das, was man gerade bei der Volkszählung 2011 dem Staat verbieten will. BTW ist es mir ein völliges Rätsel, wie man "aus Versehen" WLANs abhören will. Das möchte man mir bitte mal vormachen.

Mal ehrlich: Du erlaubst deinem Mailprovider, zu Datenanalysezwecken den Inhalt deiner Mails zu verwenden?

Und zur Professionalität der Anwendungen: Ich habe sie ausprobiert, für einen Kegelverein ist das ok, aber wenn man professionelles Backoffice braucht, geht das gar nicht. Die Kontaktdaten werden beim Sync durcheinandergeworfen, die Benachrichtigungen aus dem Kalender haben sich als oft zu spät herausgestellt, bei Texten und Tabellenkalkulation bin ich zu sehr Numbers/Pages-verwöhnt (von der Usability her). Ich habe nicht herausgefunden, wie man ein Hintergrundbild als Hintergrund eines Textdokumentes hinterlegt (Briefpapier).

Dennoch Gerüchte...
(Krassna, 17.07.2010, 16:19 Uhr #)
Du bleibst aber weiter bei Deiner Argumentation: Irgendwo muss das Geld ja herkommen, deswegen wohl über Datenmißbrauch...

Xing hat Profi Accounts - für User und auch für Headhunter. Bietet zudem Firmen weitere Dienste an, um eigene Communities zu betreiben. Da kommt sicher auch einiges zusammen...

Was bitte ist an der Auswertung von sozialen Netzen illegal, solange die personenbezogenen Daten außen vor bleiben? Das Erkenntnisse über soziale Netze gewonnen werden ist doch nicht schlimm? Verstehe an dem Punkt die Paranoia auch nicht...

WLAN: Wenn ich MAC Adressen geocodieren möchte, muss ich mindestens diese aus dem Protokoll herausfischen. Der Rest der Kommunikation sollte rausgefiltert werden, ist aber nicht geschehen. Ob Absicht oder nicht kann eine endlose Diskussion werden. Daher hier nochmal meine Frage: was hätte Google von zerschnipselten WLAN Mitschnitten?

Mail: Ja ehrlich, ich nutze Google Mail im privaten Umfeld und bin das erste mal seit Jahren super zufrieden: mit Leistungsumfang, Performance, Zuverlässigkeit - funktionierender Synchronisation etc. Natürlich muss der Anbieter dabei was verdienen. Ich kann mit einer auf Werbung aufbauenden Lösung gut leben. Ganz ehrlich, wenn schon Werbung - dann lieber passende. Nein, ich habe kein Problem damit, wenn ein Stück Software zu diesem Zweck den Inhalt analysiert. Solange mir der Anbieter vertrauenswürdig erscheint. (Google erscheint mir deutlich vertrauenswürdiger als viele Hinterhof Buden bei denen keiner weis, ob die schon mal was von Backup gehört haben und ihre Systeme gescheit absichern können).

Lohnt auch mal ein Blick hier: http://www.google.com/apps/intl/de/trust/

Welche Googe Apps hast Du denn ausprobiert? Hatte niemal sSync Probleme, Benachrichtigungen waren immer pünktlich, Texte und Tabellenkalkulation decken sicher den Großteil aller Funktionen ab. Übrigens gibts Pages, schau mal wieder nach.

Ich meinte aber eigentlich auch den Google Apps Marketplace... auch davon lebt Google.

Aber egal, wer etwas nicht möchte, findet tausend Gründe dafür. Allerdings hast Du kein einziges Mal belegt, an welcher Stelle Google sich illegal oder unzuverlässig verhält. Das meine ich mit FUD. Keine Belege, aber fleißig Behauptungen aufstellen. Das nervt mich an der Google Diskussion.


Wer spricht denn hier von illegal?
(Ralf Wenzel, 17.07.2010, 16:22 Uhr #)
Ein unseriöses Geschäft wird durch Legalität nicht minder unseriös.

Und was bitte ist daran unseriös?
(Krassna, 17.07.2010, 16:32 Uhr #)
Vielleicht kommen wir langsam der Sache näher. Was ist also unseriös an dem Geschäft?

Wahrscheinlich ist es eher die subjektive Wahrnehmung: Dann meide persönlich halt Google. Das ist doch okay.

Aber das Gepoltere mit "Datenkrake" bzw. Stefan der gleich mal behauptet, Google vermarktet die Daten seiner Kunden weiter, ist nicht gerechtfertigt.

P.S. Wer sprach von "illegal"? Schau mal weiter oben - Du sprachst von "illegal" mit Bezug der Speicherung von personenbezogenen Daten mit Verweis auf das BDSG. Ich weiss nicht auf welchen Dienst Du dich bezogen hattest. Allerdings müsste Google mit seinem Beitritt zum SafeHarbor damit doch clean sein: http://www.export.gov/safeHarbor/ oder?

Ich bin raus. Real Life ruft.

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(polaris, 10.08.2010, 09:39 Uhr #)
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Alles in die Cloud?
(Olli, 27.12.2010, 20:47 Uhr #)

Ich selbst nutze auch viele Online-Dienste und finde das auch gut soweit.

Jedoch bin ich etwas skeptisch, wenn ich daran denke, dass alles in der Cloud ist.

Datensicherung und vorallem Datenschutz ist da ein wichtiges Thema!