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Blog Age - das Blog von Peter Schink

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Sind wir nicht alle ein bisschen online?

Irgendwie schon merkwürdig. Da sitzen nun etwa 300 Menschen bei einer Veranstaltung der Welt Kompakt bei der Social Media Week. Auf dem Podium wird philosophiert, was das alles nun für die Menschheit bedeutet. Eines ist sicher: Dieter wird gebasht.

Welt Kompakt Panel (via @tobetop)
Welt Kompakt Panel (via @tobetop)

Dieter soll zur Sicherheit nicht bei seinem vollen Namen genannt werden. Er hat sich tapfer auf's Podium gewagt, obwohl er Soziale Netzwerke total blöd findet. Im Moment habe ich etwas Angst um ihn, der "ausgestiegen.com" ins Netz gestellt hat.

Alle auf dem Podium sind sich sowieso einig: Wir sind heute vernetzter, die Welt rückt zusammen, wir sind uns näher geworden. Da ist es egal, ob man bei Facebook schon gar nicht mehr weiß, ob ein "Freund" ein guter Freund oder eher ein entfernter Bekannter ist. Ob wir unsere Freunde "adden" oder treffen. Egal, ob man auch zum Telefonhörer greifen könnte. Ob das Gesagte relevant ist oder eigentlich nur sinnloses Gefasel. Ob Pornos schon von 13-Jährigen konsumiert werden oder der Datenschutz bei Facebook kaum stattfindet.

Stimmt. Es ist völlig egal. Relevant ist, was wir daraus machen. Das Internet ist nur die Technik, die alles möglich macht. Der Rest ist Sache von Medienkompetenz, und am Rande auch von Gesetzgebern. Klar, dass wir alle erst noch lernen müssen, wie man die neue Technik nutzt.

Es gibt Internet-Skeptiker und Internet-Optimisten. Solche, die die Risiken betonen und solche, die Chancen sehen. Am Ende aber bleibt das Netz sowieso da. Es geht nicht mehr weg. Die Menschen nutzen es. Es verändert unser Leben, immer öfter. Deshalb macht es Sinn nach vorne zu denken und nicht zurück. Wie Sachar so schön auf dem Podium sagt: "Wir müssen noch mehr und nicht weniger darüber nachdenken, was wir erreichen können."

Kommentare (4)

Medienkompetenz woher
(Sean Kollak, 04.02.2010, 20:36 Uhr #)
Um Medienkompetenz für Social Media zu lehren, werden entsprechende Lehrer benötigt. Wo sollen die herkommen?

Ausstieg wohin?
(Maksim Mur'ye, 04.02.2010, 21:29 Uhr #)
Leider habe ich nicht die gesamte Diskussion mitbekommen, aber das, was ich mitbekommen ist, reicht um zu sagen: nach dem Ausstieg gibt es Isolation. Vielleicht nicht bei der Mitgliedern der älteren Generation, aber bei der jüngeren auf jeden Fall früher oder später. Es ist keine Frage: die Mängel der sozialen Software sollte man nicht tolerieren und im besten Fall nicht benutzen oder gar was dagegen tun. StudiVZ ist mir sehr ungeheuer, mal sehen, wie Facebook sich entwickelt. Aber ich kann es mir nicht vorstellen, aus dem sozialen Web ganz auszusteigen. Das Internet ist schon lange kein virtuelles Medium, es ist ein Teil unserer gemeinsamen Realität, die von und in diesem Medium eben konstruiert wird. Steigt man aus dem Medium aus, reißt man die Kanäle ab, steigt man aus der Realität aus. Es ist ja so, als ob man Augen verlieren würde und sich dafür aufs Gehör konzentriert. Wer will wirklich seinen zusätzlichen Sinn zum Ertasten der Welt verlieren?

Bitte Entscheiden
(Ben, 05.02.2010, 08:25 Uhr #)
Also Du musst Dich schon für ein Argument entscheiden.

Entweder "Relevant ist, was wir daraus machen" oder "Es verändert unser Leben" … beides zusammen scheint sich mir zu widersprechen.

@ben_
(Peter, 05.02.2010, 10:35 Uhr #)
Wieso widerspricht sich das?? Es verändert unser Leben, deshalb müssen wir damit umgehen, und etwas daraus "machen". Nicht?