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Blog Age - das Blog von Peter Schink

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Erfolg des iPad entscheidet sich an einer Frage

Die Vorstellung des iPad war wohl die meistbeachtete Apple-Präsentation jemals. Vor Verkaufstart wird nun viel diskutiert werden: Setzt sich das Ding durch? Oder nicht? Und wenn ja, warum? Eigentlich ist die Antwort einfach. Der Erfolg oder Misserfolg des iPad entscheidet sich an einer zentralen Frage.

iPad
iPad

Der iPad eregt die Gemüter. Noch nie ist zur Verkündung eines Apple-Geräts zu viel publiziert worden. Alle Welt fragt sich: Ist das die Zukunft der Endgeräte? Ist der App-Store der Ausweg für sinkende Zeitungsauflagen? Der iBooks-Store die Antwort für die Buchbranche?

Andere fragen: Brauche ich ein Gerät, das keine Tastatur besitzt. An dem offensichtlich die Kamera fehlt, die iPhone und Macbook schon lange besitzen? Das zentral für das Surfen im Internet sein soll, aber keine Flash-Seiten anzeigen kann? Andere werden dagegen halten: Tolles Gerät, nicht zu teuer, völlig neue Erfahrung. Und werden kaufen, nur deshalb.

Der Hype legt sich, dann stellt sich die Frage

Aber der Hype legt sich. Irgendwann. Vielleicht wird Apple sogar reichlich erfolgreich sein, es werden Nachahmerprodukte auf den Markt kommen (das erste hat Microsoft ja schon angekündigt ;) Die werden etwas kleiner sein, oder etwas größer. Mit Tastatur und ohne.

Und spätestens dann wird die Mehrheit der Menschen sich die zentrale Frage stellen: Wie viele Endgeräte will ich besitzen?

Digital veranlagte Zeitgenossen haben heute in der Regel zwei. Ein Smartphone, ein Notebook. Desktop-Computer braucht niemand mehr, Netbooks dagegen sind für viele schon ein guter Notebook-Ersatz. Ich gehe noch einen Schritt weiter: Fernseher braucht eigentlich niemand. Den Empfang eines TV-Signals erledigt der Rechner genauso gut. Ich brauche nur einen schönen und großen Monitor im Wohnzimmer.

Zwei Endgeräte, nicht drei

Damit reduziert sich die Anzahl der Geräte eigentlich auf zwei.

Das eine muss gerade so groß sein, dass ich es überall aus der Hosentasche ziehen kann, in der Straßenbahn, im Zug und im Auto. Damit muss ich im Netz surfen, telefonieren, Mails schreiben. Dafür gibt es iPhones, Google-Handys und Windows Mobile.

Steve Jobs bei der Präsentation des iPad
Steve Jobs bei der Präsentation des iPad

Meine radikal subjektive Perspektive lautet: Der zweite Rechner muss genau so groß sein, dass ich mit ihm arbeiten und in anständiger Größe ein Bild sehen kann. Will ich komfortabler am Schreibtisch sitzen oder damit Fernsehen, schließe ich daran bei Bedarf externe Geräte (Tastatur, Maus, Monitor, etc.) an. Ein weiteren Rechner brauche ich dafür nicht. Die theoretische Größe dieses Gerätes wäre die eines Netbooks. Oder eben eines ... iPad.

iPad als vollwertiger Rechner?

Kann der iPad so ein Gerät sein? Ich bin mir nicht sicher – wegen fehlender Tastatur, mangelnder Software- und womöglich eingeschränktem Dokumenten-Austausch. Da ist die fehlende Kamera noch das kleinste Problem.

Ich glaube, Apple wird nachrüsten müssen. Und Netbooks werden eine harte Konkurrenz für den iPad bleiben.

Bewährt sich der iPad nicht als vollwertiger Rechner, ist er lediglich ein drittes Endgerät. Ein cooles Spielzeug. Es verliert damit nicht seine Existenzberechtigung. Aber seine Massentauglichkeit. Eine Mehrzahl der Menschen braucht den iPad dann nicht. Damit wäre der iPad zumindest eines nicht: Das ersehnte Absatzgerät für Zeitungs- und Buchverlage.

Kommentare (11)

Sinnmitsuche
(jo, 28.01.2010, 01:12 Uhr #)

Desktop-Computer braucht niemand mehr [...] Fernseher braucht eigentlich niemand.


Einspruch! Nicht nur, dass ich meine Daten nicht permanent mit mir rumschleppen oder konsequent in die Cloud auslagern möchte. Noch weniger möchte ich mein Notebook andauernd irgendwo an- oder umstöpseln. Insbesondere kein Notebook einer Firma, der der Begriff "docking station" unbekannt scheint.

Ich habe das gut zwei Jahre mit meinem MacBook gemacht. Also es beruflich, privat und via Adapter als Audio- und Videospieler benutzt. Das macht keinen Spaß. Schlimmer noch, es nervt unglaublich (Zugegeben, nicht zuletzt der Lüfter in den alten PlasteMacBooks).

Einen Fernseher möchte ich einfach nur anschalten. Und dann möchte ich direkt auf den HDPC oder vielleicht über einen kleinen Medienplayer (HDX1000, oder die kleienn Wunderschächteln für 100 Euro, die gerade auf den Markt geworden werden) auf den Homeserver mit Allem zugreifen. Ganz sicher aber möchte ich nicht erst ein Notebook anstöpseln, syncen und hoffen, dass die Daten/Serien/Filme das mobile Gerüttel auch heute wieder überstanden haben (Im Hotel und mit Backup daheim ist's ok).

Das/der/die iPad wäre in diesem Szenario Programmzeitschrift und Kommunikations-Gadget für zwischendurch. Quasi die interaktive Option für das passive Medium Fernsehen. Das Notebook kann dann im Rucksack, Aktenkoffer oder im Arbeitszimmer bleiben.

Siehe Thomas Knüwer, auch wenn ich der These vom Familiengadget für Otto-Normal-Verbraucher noch leicht widersprechen möchte: http://www.indiskretionehrensache.de/2010/01/ipad/

Die Frage ist doch ...
(Felix, 28.01.2010, 11:38 Uhr #)
... wie viele Geräte ich mit mir rumschleppen möchte.
(Die elektronischen Geräte zuhause sind doch beliebig vermehrbar. Und so müssen wir uns um den Fernseher keine Sorgen machen. Wenn ich mir schon einen großen Monitor ins Wohnzimmer stelle, dann soll das bisschen Empfangselektronik gefälligst mit dabei sein.)

Sitzt, passt und hat Luft
(Sebastian, 28.01.2010, 11:48 Uhr #)
." Damit muss ich im Netz surfen, telefonieren, Mails schreiben. Dafür gibt es iPhones, Google-Handys und Windows Mobile."

Surfen mit dem iPhone? Sorry, soll man sich die Augen verderben? Das iPad ist für die einfache Zugänglichkeit zum Netz gedacht, iPhones sind dafür zu klein, Laptops physisch und technisch zu groß.

Eine Zeitung kann ich einfach, leicht zugänglich ohne Schnickschnack lesen. Mit dem iPad brauche ich fürs lesen der Süddeutschen oder Blogs weder ins Arbeitszimmer, noch muss ich auf einem Smartphone rumfisseln, noch einen überdimensionierten Laptop nutzen. Fürs Internet brauche ich weder hohe Rechenleistung oder eine Kamera, noch die Tastatur.

Die Anzahl der Geräte ist wieder eine andere Frage.

"Aber seine Massentauglichkeit. Eine Mehrzahl der Menschen braucht den iPad dann nicht."

Im Gegenteil. Die Mehrzahl der Menschen braucht keinen Desktop PC / PC zum nutzen für Online-Inhalte. Für das lesen in Blogs, die einfache Zugänglichkeit zum Internet und Verlagsangeboten braucht man ein simples und intuitives Gerät. Das ist das iPad. Der Anwender braucht keinen 1000-Euro Laptop beim Frühstück um vielleicht die Nachrichten zu schauen oder die Online-Angebote der Tageszeitung zu nutzen, er braucht ein kleinstmögliches Gerät mit großem Display. Nichts zum aufklappen, keine herumhängende Maus, kein Technikkram. Wenn das iPad nicht massentauglich ist, weiß ich auch nicht.

Sitzt, passt und hat Luft
(Sebastian, 28.01.2010, 11:54 Uhr #)
." Damit muss ich im Netz surfen, telefonieren, Mails schreiben. Dafür gibt es iPhones, Google-Handys und Windows Mobile."

Surfen mit dem iPhone? Sorry, soll man sich die Augen verderben? Das iPad ist für die einfache Zugänglichkeit zum Netz gedacht, iPhones sind dafür zu klein, Laptops physisch und technisch zu groß.

Eine Zeitung kann ich einfach, leicht zugänglich ohne Schnickschnack lesen. Mit dem iPad brauche ich fürs lesen der Süddeutschen oder Blogs weder ins Arbeitszimmer, noch muss ich auf einem Smartphone rumfisseln, noch einen überdimensionierten Laptop nutzen. Fürs Internet brauche ich weder hohe Rechenleistung oder eine Kamera, noch die Tastatur.

Die Anzahl der Geräte ist wieder eine andere Frage.

"Aber seine Massentauglichkeit. Eine Mehrzahl der Menschen braucht den iPad dann nicht."

Im Gegenteil. Die Mehrzahl der Menschen braucht keinen Desktop PC / PC zum nutzen für Online-Inhalte. Für das lesen in Blogs, die einfache Zugänglichkeit zum Internet und Verlagsangeboten braucht man ein simples und intuitives Gerät. Das ist das iPad. Der Anwender braucht keinen 1000-Euro Laptop beim Frühstück um vielleicht die Nachrichten zu schauen oder die Online-Angebote der Tageszeitung zu nutzen, er braucht ein kleinstmögliches Gerät mit großem Display. Nichts zum aufklappen, keine herumhängende Maus, kein Technikkram. Wenn das iPad nicht massentauglich ist, weiß ich auch nicht.

Steile These
(ben_, 28.01.2010, 19:08 Uhr #)
Ja und nein.
Ja. Die Frage klingt plausibel.
Nein. Denn die spannendere Frage dürfte sein: Was nehme ich noch als Endgerät wahr? Oder hast Du Deine Konsole schon da reingerechnet? Sag nicht, dass Du keine hast! Das gilt nicht.

schließe mich an ...
(Felix, 28.01.2010, 20:59 Uhr #)
"Die Mehrzahl der Menschen braucht keinen Desktop PC / PC zum nutzen für Online-Inhalte. Für das lesen in Blogs, die einfache Zugänglichkeit zum Internet und Verlagsangeboten braucht man ein simples und intuitives Gerät. Das ist das iPad."

Sehe das inzwischen auch so; gerade für nicht computeraffine Menschen könnte der IPad interessant sein. Mehr Nutzungsmöglichkeit ist immerauch mehr Komplexität. Wir "digital veranlagte Zeitgenossen" haben da möglicherweise eine verzerrte Perspektive.
http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,674468,00.html

Außerdem ist interessant, welche neuen Anwendungen speziell für den IPad entstehen werden, z.B. elektronische Lehrbücher.
http://venturebeat.com/2010/01/27/inkling-ipad/

Seid Ihr alle Singles?
(Peter, 09.02.2010, 09:17 Uhr #)

Bis jetzt kommt mir der Aspekt der Familiennutzung zu kurz. Wer erhält den Zuschlag, der fernsehende Sohn oder der surfende Papa? Und was ist wenn Mama die neuen Urlaubsbilder bearbeiten will während die Tochter ihr Facebook-Update macht? Ich glaube, mehrere Geräte machen (gerade in Familien) Sinn.

Wenn es keinen so großen Hype um apple Produkte insgesamt gäbe,
(xyz, 09.02.2010, 11:37 Uhr #)

hätte auch das ipad niemanden interessiert.
Im Ernst, die meisten meiner nicht übermäßig Internet affinen Bekannten kannten das Kindle oder andere TabletPCs bisher nicht - oder nur vom entferntesten hören-sagen. Jetzt kommt eins von apple und alle Medien berichten.

So. Da es nun aber da ist und auch noch in aller Munde: Aber was kann das ipad, was mein Netbook nicht kann?
Viel weniger wiegt es nicht. Ja es ist ganz hübsch. Es kann ernsthaft keine Flash-Animationen darstellen?! Es verfügt über keine Schnittstellen?! Da fühl ich mich doch ein bisschen eingeschränkt in meiner Flexibilität; Ich schleppe doch nicht so'n Ding mit mir rum und stelle dann fest, falls ich mal ein paar Daten transportieren will, brauche ich noch ein zweites Gerät im Handtäschen...
Also für mich überwiegen da deutlich die cons

Wenn es keinen so großen Hype um apple Produkte insgesamt gäbe,
(xyz, 09.02.2010, 15:30 Uhr #)

hätte auch das ipad niemanden interessiert.
Im Ernst, die meisten meiner nicht übermäßig Internet affinen Bekannten kannten das Kindle oder andere TabletPCs bisher nicht - oder nur vom entferntesten hören-sagen. Jetzt kommt eins von apple und alle Medien berichten.

So. Da es nun aber da ist und auch noch in aller Munde: Aber was kann das ipad, was mein Netbook nicht kann?
Viel weniger wiegt es nicht. Ja es ist ganz hübsch. Es kann ernsthaft keine Flash-Animationen darstellen?! Es verfügt über keine Schnittstellen?! Da fühl ich mich doch ein bisschen eingeschränkt in meiner Flexibilität; Ich schleppe doch nicht so'n Ding mit mir rum und stelle dann fest, falls ich mal ein paar Daten transportieren will, brauche ich noch ein zweites Gerät im Handtäschen...
Also für mich überwiegen da deutlich die cons

Probleme bei der Namensgebung
(Onassis, 04.04.2010, 15:22 Uhr #)
Ganz nebenbei, apple bekommt evtl. Schwierigkeiten wegen den Namen ipad.
pad bedeutet eigentlich Schreibblock, was auch passt.

Aber es gibt noch eine zweite Bedeutung und zwar Tampon oder Damenbinde.
Und nein, das ist KEIN Aprilscherz!
Hier der Link zu meiner Info: http://www.sueddeutsche.de/com...

Und Fujitsu stellt einen Antrag auf Namensschutz.

Also apple wird da noch ganz schön viel Ärger bekommen...

Onassis

Aplle
(Daniel, 10.12.2010, 15:09 Uhr #)
Hmm, ich kann diesen ganzen Apple Kult einfach nicht nachvollziehen, ist mir ein Rätsel wie man derart fasziniert davon sein kann..