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Das große Google-Unbehagen

Beim Journalistenkongress "Besser Online" wurde heute zum Auftakt leidenschaftlich über die Bedeutung von Google für Gesellschaft und Journalismus diskutiert. Dabei ging es nicht nur um Leistungsschutzrechte.

Besser Online Kongress 2009
Das Panel: Wolfgang Sander-Beuermann, Lars Reppesgaard, Peter Jebsen (Moderator), Björn Sievers, Albrreecht Ude (von links)

Immerhin, über die Bedeutung von Google wird nicht mehr diskutiert. Auch nicht über deren marktbeherrschende Stellung und auch nicht darüber, dass die Suchmaschine tatsächlich in vielen Bereichen die besten Services liefert.

Doch schon die Überschrift des Panels "Google sei bei uns?!" drückt genau die Skepsis aus, die wohl alle Panelteilnehmern teilen. Wie auch viele andere Menschen. Am besten zum Ausdruck brachte die Gemengelage wohl Björn Sievers von Focus Online, indem er sagte: "Ich bin ein absoluter Google-Liebhaber. Wo meine Daten liegen, weiß ich nicht genau. Aber ich habe beschlossen, mir allenfalls zu Feiertagen darüber Gedanken zu machen."

Die marktbeherrschende Stellung von Google gepaart mit dem großen Nutzen, den viele Menschen aus den Produkten des Konzern ziehen, wurde von allen Teilnehmern problematisiert. Und doch aus sehr unterschiedlichen Blickrichtungen.

Der freie Journalist Lars Reppesgaard sagte, "Google ist ziemlich egal, was wir recherchieren oder wo wir uns mit unseren Freunden treffen. Trotzdem kann man dass mit den Daten leicht herausfinden". Exakt. Google interessiert sich bestimmt nicht für meine Daten. Doch allein die Existenz dieser riesigen Datensammlung macht Angst. So stellte denn auch Journalist und Web-Entwickler Albrecht Ude die provokante Frage: "Wie komme ich dazu, alle meine Daten jemand anderem in die Hand zu geben?"

Benutzen Sie doch mal was anderes

Zweiter Aspekt der Debatte: Natürlich verdienen Verlage mit Google Geld. Und die Debatte um Leistungsschutzrechte geht am Kern der Problematik vorbei. Albrecht sagte dazu den schönen wahren Satz: "Würde Google die Verlage von sich aus aussperren, würden die sich bitter beschweren." Ja, na klar. Und doch wollen alle möglichst an der Google-Ökonomie verdienen.

Die Debatte geht deshalb weiter. Wolfgang Sander-Beuermann empfahl allen Teilnehmern des Besser-Online-Kongresses, doch einfach mal eine andere Suchmaschine auszutesten. Seiner Erfahrung nach seien Konkurrenten wie Yahoo oder Microsoft inzwischen mindestens genauso gut. Als einfachen Blindtest empfiehlt er, doch mal die großen Drei mit "Blind Search" zu vergleichen. Pragmatisch, einfach, gut.

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