Impressum

Blog Age - das Blog von Peter Schink

Picture

New York Times und die API-Frage

Ich war gestern mal wieder auf der Website der New York Times. Und ich musste beinahe weinen, vor Freude. Und vor Scham. Warum? Wegen etwas mit der hübschen Abkürzung YQL. Und den deutschen Medien.

Also, ich fange vorne an. Die New York Times ist eine großartige Zeitung. Jetzt spule ich ein bisschen vor. Seit geraumer Zeit schon ist die NYT wohl eine der wirklich innovativen Medien-Auftritte im Web. Nicht nur wegen großartiger Experimente wie dem Article Skimmer. Auch weil sie bereits seit geraumer Zeit erkannt haben, dass die Entwicklergemeinde ebenso großartige Ergebnisse zaubenr kann, wie zum Beispiel den NYT Explorer. Die NYT hat erkannt, dass ihre Leser bei der Weiterentwicklung im Web wertvolle Dienste leisten kann.

Deshalb gibt es das NYT Developer Network, in dem eine Vielzahl von Teasern auf Inhalte vorgehalten werden. Aber auch noch weitere Inhalte, von NYT Movies, Beststellers über TimesPeople und mehr. Ganz einfach per API (Application Programming Interface), also einer einfachen Programmierschnittstelle, die nahezu jeder abfragen kann.

Das ist jetzt technisch etwas kompliziert. Für Programmierer kommt dazu, dass die Abfrage jeder API recht unterschiedlich ist. Deshalb hat Yahoo etwas entwickelt, was mit YQL abgekürzt wird (Yahoo Query Language). Die vereinfacht und standardisiert Anfragen, die nun für jeden zu verstehen sind, der schon mal SQL oder ähnliches bedient hat. Und die NYT unterstützt nun seit wenigen Tagen diese YQL (siehe Blogbeitrag bei der NYT).

Da kommen wir zurück zum Grund meines Heulkrampfes. Die NYT ist derart auf der Höhe der Zeit, dass sie nun sogar die YQL unterstützt, die gerade mal Ende April so richtig auf den Markt gekommen ist (siehe Wikipedia). Das ist großartig. Da ist jemand im Web angekommen.

Und ich blicke auf der anderen Seite des Atlantik auf den deutschen Medienmarkt, in dem keine einzige Zeitung, Zeitschrift, Radio oder Fernsehsender eine API zur Verfügung stellt. Von einer YQL-Untersützung wage ich gar nicht zu träumen. Warum? Vermutlich, weil nicht sicher ist, ob das Vorhalten einer solchen API überhaupt einen finanziellen Gewinn verspricht.

Doch mir kommt da so eine Idee. Vielleicht lässt sich das ja ändern. Wenn schon kein einzelner Verlag auf die Idee kommt, vielleicht lässt sich da ja eine Marktlücke schließen. Wer weiß, was ich meine, darf mir gerne eine direct message an @peterschink hinterlassen ;)

Kommentare (2)


(KP Frahm, 23.10.2009, 13:42 Uhr #)
"Wer weiß, was ich meine, darf mir gerne eine direct message an @peterschink hinterlassen ;)"

Würde ich ja gerne, aber das können ja nur die von @peterschink Gefolgten ...


(ben_, 24.10.2009, 12:55 Uhr #)
Yahoo macht schon seit ein paar Jahren ein paar Dinge, sehr sehr richtig. Ich würde fast sogar sagen, richtiger als Google. Um so glücklicher dürfen wir sein, dass aus dem MS-Deal nichts geworden ist und dass die Unternehmenszahlen nicht schlecht aussehen.