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Blog Age - das Blog von Peter Schink

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Die Zukunft der Nachricht ist irgendwo

Zwar gab es bislang schon alle möglichen Nachrichten-Widgets meines Brötchengebers, für iGoogle, OSX, Vista, Netvibes und andere. Nachrichten von WELT ONLINE werden schon lange per RSS vertrieben und bei Kooperationspartnern und einigen Plattformen eingebunden. Nun aber gibt es erstmals komplette Applikationen, die unser Angebot in Social Networks zu eigenem Leben erwecken. Wir gehen mit dem heutigen Tag zu Xing und Facebook. Dabei handelt es sich nicht mehr nur um den Vertrieb von Nachrichten.

Welt Online auf Facebook
Welt Online auf Facebook

Klar sollen die Leute die Artikel möglichst überall lesen. Das Prinzip, nicht mehr zu warten, bis die Leute auf die eigene Website stoßen, wird inzwischen vielfach angewendet, von vielen (wenn die Strategie auch nicht von vielen Verlagen konsequent betrieben wird). Die Menschen sind im Netz eben überall unterwegs, deshalb muss man sie auch an möglichst vielen Orten erreichen.

Plattformen wie Xing und Facebook (und auch andere Social Networks) ermöglichen aber eben nicht nur einfache Distribution. Nachrichten können dort auch von Nutzern weiter verbreitet, diskutiert, bewertet und kommentiert werden. Die Selektion von Nachrichten und deren Weiterverbreitung erfolgt damit zunehmend über die Nutzer selbst. Wenn Menschen auf Xing und Facebook unsere Nachrichten weitergeben und dadurch für deren Freunde und Bekannte überhaupt erst wahrnehmbar werden, ergibt sich eine völlig neue Form der sozialen "Kommunikation".

Langfristig heißt das: Je mehr Nachrichten uns über Bekannte, und nicht mehr unmittelbar über die Selektion eines klassischen Mediums erreichen, desto geringer wird die Gatekeeper-Rolle der Journalisten. Nicht mehr Redakteure selektieren, wir tun es. Oder? Diese These ist nicht umunstritten und ich habe an anderen Orten auch schon das exakte Gegenteil beschrieben. Denn je mehr Nachrichten uns nämlich von links und rechts auf allen möglichen Wegen erreichen, desto größer wird der Bedarf, Orientierung in der Nachrichtenflut geboten zu bekommen. Beide Enden - die verlorengehende Gatekeeper-Rolle und der Mehrbedarf an Orientierung - zeigen jedenfalls ein Spannungsfeld auf. Das in den kommenden Jahren für uns Journalisten spannend wird.

Ich freue mich, dass Menschen wie Stefan und Klas (und viele andere) geholfen haben, WELT ONLINE darin gut zu positionieren.

Kommentare (1)

Glückwunsch!
(Christoph, 22.07.2009, 17:20 Uhr #)

Hey, sehr schön. Glückwunsch - war sicher ein aufregender und langer Weg aber ich freu mich auf WON Nachrichten in Xing!
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