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Blog Age - das Blog von Peter Schink

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Wo sind die Zuhörer hin?

Eine großartige Ergänzung zum letzten Beitrag über das Real Time Web ist ein kleines Fundstück über den Wandel der Information.

Thomas Baekdal hat eine wirklich großartige Grafik zum Thema "Marktplatz der Information" veröffentlicht. Was daran wenig erstaunlich ist: Zunächst war da der Marktplatz, dann die Zeitung, das Radio, der Fernseher, Websites, Blogs, Social Networks, Social News, Gaming, Pod/Vodcasts, Targeting. Klar, kennt man.

Dann aber doch ein wesentlicher Gedanke, der sich für mich daraus ergibt: Wo ist da eigentlich das Rieplsche Gesetz. Das besagt bislang, dass kein Medium von anderen vollkommen ersetzt oder verdrängt wird.

Riepl existiert in der Grafik nicht. Vielmehr könnte man daraus lesen, dass die Vielzahl der Online-Kommunikationswege zur absoluten Marginalisierung alter Medien führt. Zuallererst marginalisiert wurde demnach das Radio - zumindest wenn es um die Übermittlung von Informationen geht.

Eine gewagte These. Aber eine diskussionswürdige.


Kommentare (1)

Was wird hier eigentlich gemessen?
(Felix, 13.07.2009, 15:46 Uhr #)
Der Grafik suggieriert eine Exaktheit, die sie nicht erfüllen kann. Was wird denn eigentlich auf der Y-Achse dargestellt? Leser? Zuhörer? Nutzer? Nein, laut Baekdal wird hier "influence" gemessen. Aber wie genau die Anteile für die einzelnen Medien eigentlich ermittelt wurden, bleibt im Dunkeln.

Zwei weitere Anmerkungen:

Gedruckte Zeitungen gibt es nicht erst seit 1800, sondern bereits ab 1600. Und seit der Erfindung der modernen Druckerpresse durch Gutenberg waren sog. Flugschriften ein wichtiges Mittel der Kommunikation (z.B. in der Reformationszeit).
http://de.wikipedia.org/wiki/Flugschrift

Haben TV und Radio wirklich schon so viel Einfluß verloren, inbesondere bei der Generation 40+? Für die sind Tagesschau und "Bild" &Co. wahrscheinlich immer noch die wichtigste Informationsquellen. Und in den USA gibt es das politisch einflußreiche "talk radio" (Rush Limbaugh etc.)