Impressum

Blog Age - das Blog von Peter Schink

Picture

Der DJV startet „besser online“ mit Google

In meiner Eigenschaft als Journalist-Webfreak- Kombination bin ich hin und wieder auch auf Journalistenkongressen. Bei "Besser Online“ diskutierte in Hamburg heute die gesammelte Onlinejournalisten-Riege auf Einladung des DJV. Auftakt: Ein Podium mit den Online-Chefs von Bild, Spiegel, Focus, Tagesschau und ... dem Pressesprecher von Google.

Besser Online in Hamburg
Besser Online in Hamburg

Erste Erkenntnis: Die Chefredakteure waren Google erstaunlich milde gestimmt. Das Suchmaschinenoptimierung für Journalisten ein wichtiges Geschäft ist, kommt inzwischen überall an.

Jochen Wegner (Chefredakteur Focus Online) ist der Ansicht schon lange und bekannte heute denn auch: „Der Traffic der von Google kommt, ist sehr hochwertig“. Es sei deshalb „journalistisches Handwerk“, sich zum Thema Gedanken zu machen. Danke, Jochen. Jawoll. Auch die anderen Redakteure widersprechen nicht mehr, dass journalistisch korektes Schreiben auch in Hinblick auf Google relevant ist.

Kritisch aber werden von allen Seiten die Selektionskriterien der Suchmaschine. Das Google News wirklich relevante Ergebnisse und produziert und gute Gewichtungen von Nachrichten vornehmen kann, glaubt zumindest in der Chefredakteursrunde keiner. Bei Bild hält man es für unerträglich, wenn der Aufmacher unerwartet auf einmal von der „Saarbrücker Zeitung“ gestellt wird. Spiegel-Online-Chefredakteur Wolfgang Büchner hat damit nur deshalb kein Problem, weil sich seiner Ansicht nach Qualität durchsetzen wird. Zitat: „Mich stört nicht, wenn da journalistische Angebote hochgespült werden, die den Leser dann am Ende enttäuschen“.

Die Kritik ist klar: Die Maschine kann nicht ordentlich selektieren, dafür braucht es uns Journalisten. Wie gut, dass der Google-News-Mechanismus noch so schlecht ist ...

Mehr Deutlichkeit fand Focus-Online-Chef Jochen Wegner für das Gefühl, dass der Suchkonzern bei Journalisten derzeit auslöst: Google verhalte geradezu „kafkaesk“, findet Jochen. Also intransparent und undurchschaubar. Als Beispiel führte er die „Abstrafaktion“ ins Feld, mit der Google im vergangenen Jahr kurzfristig den Pagerank mehrerer Medienwebsite wegen unerlaubtem Linkverkauf heruntergesetzt hatte. Und noch ein Zitat von Jochen: „Google ist dabei, das Internet zu sein“.

Woraufhin Google-Sprecher Stefan Keuchel sich beeilte, zu widersprechen. Schließlich könne jeder wählen, welche Suchmaschine er benutzen wolle.

Ähm, richtig Herr Keuchel. Google sammelt aber doch viele Daten, überall. Und die Leute haben ein ungutes Gefühl dabei. Ihnen kommt der Laden zu intransparent vor. Und genau das könnte schon bald zum Problem werden: Das Vertrauen in Google schwindet, und damit das wichtigste Kapital des Konzerns. Da sind die Journalisten nur Spiegel der Gesellschaft.

So, und ich bin jetzt auf'm Weg nach Berlin. Da ist gerade Barcamp, was ja auch spannend sein soll. Und das schon zum dritten Mal in der Hauptstadt, da will ich nicht fehlen.

Kommentare (0)