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Knol: Google macht Wikipedia Konkurrenz

Na ja, nicht ganz. Aber irgendwie doch. Ein neues Projekt namens "Knol" soll demnächst Wissen von Menschen zugänglich machen.

Googles Beispiel von Knol
Googles Beispiel von Knol

Die Ankündigung kommt übers Google-Blog und klingt vielversprechend (Screenshot hier). Menschen mit spezifischem Wissen sollen Artikel schreiben und so für andere zum Anlaufpunkt werden. Die Autoren sollen dabei im Mittelpunkt stehen.

Knol soll offen für alle sein und weder Zugangsbeschränkung noch Rechtebeschränkungen haben. Die "CC BY"-Lizenz im Screenshot legt nahe, dass das Ernst gemeint ist...

Google macht damit künftig Wikipedia Konkurrenz. Google bedient außerdem das menschliche Ego wesentlich besser, in dem es die persönliche Eitelkeit befriedigt - schließlich soll "der Autor im Mittelpunkt stehen" und darf sich mit großem Foto präsentieren.

Allerdings, Community-fähig war Google ja bislang eher nicht, wenn man sich Orkut ansieht. Google Groups zeigt aber, dass Google da auch erfolgreich sein kann.

Die Idee, sich gegen Wikipedia aufzustellen, ist nicht schlau. Das kostet Sympathiepunkte.

Kommentare (5)

Gegen Wikipedia...
(xconroy, 14.12.2007, 22:25 Uhr #)
...nein, schlau ist das nicht. Nicht nur aufgrund von Sympathiepunkten. Wenn Google darauf abzielt, User von WP weg- und zu Knol hinzulocken, geht das mmn sehr wahrscheinlich in die Hose.

Ganz allgemein denke ich, daß sich das reine Konkurrenzdenken auf dem Markt der Online-Enzyklopädien auf lange Sicht nicht lohnen wird. Im Moment steht da noch viel Ideologie im Raum (speziell pro und contra Wikipedia), aber derjenige, der im Mittelpunkt steht, ist der wissensdurstige User, und für den könnte die Situation noch um einiges idealer sein.

Ich stell mir das so vor:

- früher oder später werden kostenpflichtige Dienste (Brockhaus) ihre Inhalte kostenlos zur Verfügung stellen (und sich stattdessen durch Werbung finanzieren - ist halt ein Trend, den ich zu erkennen meine)

- und dann wird irgendwer auf den Trichter kommen, einen Enzyklopädie-Aggregator zu entwickeln, der ähnlich wie zb. PageFlakes funktioniert - nur nicht für News, sondern für Wissensdatenbanken.

Denn: ideal aus Nutzersicht wäre eine Art loses “Netz des Wissens”, in dem freie Projekte wie Wikipedia, professionelle wie Brockhaus oder auch fachspezifische solche gemeinsam, jeder auf seinem Weg und durchaus in fruchtbarer Konkurrenz, an der Vertiefung und Vermehrung des menschlichen Wissens arbeiten.
Daß das u.a. aufgrund der raumgreifenden Egos der Verantwortlichen utopisch ist, weiß ich.
Daher kann sowas mmn eher und sehr gut auf Nutzerebene funktionieren.

Man hat also eine Art PageFlakes-Webtop, und je nach Einstellung findet man zb. nebeneinander den Wikipedia-Artikel zum gesuchten Begriff (idealerweise kann man von seinem “Webtop-Account” auch auf seinen WP-Account zugreifen und die Artikel bearbeiten) und den Brockhaus-, Wikiweise- und Knol-Artikel, bei fachspezifischen Anfragen einen aus einem Fachlexikon (Indiepedia bspw. bei Musik) etc. Man kann die Artikel vergleichen, Übereinstimmungen und Widersprüche markieren usw.

Ja klar, das führt schon Richtung OffTopic, aber wie bei jedem “dieses Lexikon ist toller als das da”-Artikel juckt es mich in den Fingern, auf die Hirnverbranntheit dieser Entweder-Oder-Denke hinzuweisen ;-)

Vielleicht fühlt sich ja jemand angeregt, sowas zu programmieren…

PS: ob Google Groups tatsächlich mit irgendeiner "Communityfähigkeit" seitens Google zu tun hat? Ich dachte, die dort existierenden Netzwerke zwischen den Usern gab es größtenteils schon vor Google...

bm@carpe.com
(oliverg, 15.12.2007, 18:41 Uhr #)
@xconroy: 'Wissens-Digg' hatte ich mir kürzlich auch notiert.
Warum nur wikiperdia in den Bliock nehem oder Knol? 'einfach' einen Metadienst bauen, bei dem Rating/Diskussion etc. ablaufen kann.

Muss ja nicht das Digg-Schema sein, kann auch del.ici.ous mit noch mehr Interaktion/Community oder so. Ich hab in meinem Artikel mal en passant auf squidoo verwiesen,. das genau das Thema ein Jahr ++ vor Google jetzt angegangen ist. Sogar noch mit dem selben Geschäftsmodell.

Aber das Aggregations/Bewertungmodell muss ja nicht Teil der Contentbasis sein...

Wieso kostet Wettbewerb Sympathiepunkte?
(Kay, 16.12.2007, 21:14 Uhr #)

Ich kann nicht verstehen, warum das Sympathiepunkte kostet, wenn man es sich zum Ziel macht, etwas gutes noch besser zu machen.

Vielleicht wird die Google-Variante ja tatsächlich besser.

inzwischen schon
(Bernd, 14.02.2009, 15:41 Uhr #)
inzwischen ist Knol doch ziemlich erfolgreich

Wiki vs Knol
(Jessica, 18.03.2009, 01:11 Uhr #)
Was unterscheidet eigentlich Knol von den herkömmlichen Artikelverzeichnissen wie z.B. www.Online-Artikel.de?

Meiner Meinung nach nichts. Ich denke Google wollte Wiki Parole bieten und hat aus irgend einem Grund den Schwanz eingezogen.

Echt Traurig! Eine Alternative zu Wiki hätte mir sehr gefallen, da Wiki sich immer mehr zur einer geschlossenen Community mausert.