Impressum

Blog Age - das Blog von Peter Schink

Picture

Facebook wird zum Legostein im Internet

Facebook hat angekündigt, sich für Programmierer und andere Websites zu öffnen. Die Idee ist nicht neu, aber weil die 24 Millionen Facebook-Nutzer für Amazon, eBay und Google sehr attraktiv sind, könnte der Ansatz diesmal funktionieren.

Facebook-Plattform "f8"
Facebook-Plattform "f8"

Schon 1995 sagte Plazes-Gründer Felix Petersen in einem Interview mit mir, neue Internetseiten müssten funktionieren wie Legosteine – ineinandergreifen und gemeinsam dem Nutzer viel mehr bieten als im Alleingang. Plazes war einer der Dienste, der schon von Beginn an auf eine offene Schnittstelle, eine so genannte API setzte.

Nun hat Facebook-Gründer Mark Zuckerberg eine Plattform angekündigt, die die Studenten-Community genau zu dem machen soll: Einem offenen Netzwerk, dass andere Dienste integriert und Programmiererern sogar die Möglichkeit bietet, die Funktionalität von Facebook selbst zu erweitern. Facebook stellt dafür nicht nur eine API zur Verfügung, mit der Daten der Nutzer abgefragt werden können - die Facebook-Programmierschnittstelle „F8“ baut auf einer eigenen Sprache auf, die Programmierer nutzen können. Dazu stellt ihnen Facebook zusätzliche Server-Ressourcen zur Verfügung.

Auf einer Pressekonferenz mit mehr als 700 Teilnehmern präsentierte Zuckerberg in San Francisco ein erstes Produkt: Das „Project Agape“ von Sean Parker und Joe Green setzt auf der Facebook-Schnittstelle auf und erweitert die Plattform um die Möglichkeit, Spenden zu sammeln. Für Green und Parker war die Entscheidung, statt einer eigenen Internetseite auf Facebook zu setzen, einfach: Sie haben schon zu Beginn 20 Millionen Nutzer. Zudem passt die Zielgruppe: Studenten sind für Spendenaktionen eben leicht zu aktivieren.

Spannend bleibt abzuwarten, welche Mehrwerte sich aus der Programmierleistung rund um Facebook ergeben. Immerhin 65 Firmen interessieren sich laut Zuckerberg bereits für die Facebook-Schnittstelle, unter anderen Microsoft, Amazon, Slide, RockYou, Box.net, Red Bull, Washington Post und Digg. Kein Wunder, handelt es sich bei den Facebook-Nutzern doch um die wohl attraktivste Zielgruppe überhaupt: Junge Studenten, die sich aktiv im Internet bewegen.

Im schlimmsten Fall verkommt die Schnittstelle zur Produkt- und Werbequelle. Im besten Fall wird Facebook zu einem ersten Internet-Legostein, an den viele andere angesetzt werden. Dann könnte es auch passieren, dass andere Plattformen nachlegen. Vielleicht kommt sogar jemand auf die Idee mehrere Ansätze zu vereinen und eine gemeinsam Sprache zu entwickeln. Das wäre dann eine echte Innovation für das gesamte Web.

Kommentare (1)

sohbet
(sohbet, 31.03.2009, 20:09 Uhr #)
ich bin jetzt auch am überlegen eine eigene anwendung für facebook zu schreiben. jedoch habe ich die befürchtung mich von facebook abhängig zu machen.
ich denke das ich es trotzdem riskieren werde.