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Blog Age - das Blog von Peter Schink

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Debatte über Inhalte-Export auf Web-Plattformen

Lawrence Lessig hat in seinem Blog einen provokanten Eintrag über "Fake-Sharing" von Web-2.0-Sites veröffentlicht. Darin greift er vor allem YouTube an - und Joi Ito stimmt zu.

Lessig kritisiert vor allem, dass einige Plattformen nicht zulassen, dass einmal eingestellte Inhalt auch wieder exportiert werden. Explizit nennt er auch Beispiele, darunter "echte Sharing-Sites" wie Flickr, Blip.tv, Revver und Google (teiwleise). Einzig genanntes Negativbeispiel: Youtube. Dort kann man zwar Videos einstellen, nicht aber wieder exportieren.

Stimmt, findet auch Joi Ito und schreibt als Antwort auf Lessig "Ist Youtoube wirklich 'Web 2.0'?". Nicolas Carr sieht das wiederum etwas anders. Er findet, Lessig lade die Diskussion über "Web 2.0" ungerechtfertigt ideologisch auf.

Interessant ist, dass damit überhaupt mal eine Diskussion über den Verbleib von Inhalten auf den großen Plattformen geführt wird. Tatsächlich gibt es bislang kein einheitliches Verständnis über die Rechte der Plattform-Nutzer. Meiner Ansicht nach müssen alle Inhalte im "Web 2.0" natürlich Eigentum der ursprünglichen Besitzer bleiben. Die Debatte ist elementar, weil schließlich ein wesentliches Merkmal von "Web 2.0" das Einstellen eigener Inhalte ist. Ein Download bzw. Export muss deshalb jederzeit möglich sein.

Selbst bei Flickr ist der Download aller eigenen Photos bislang nur über Umwege möglich - obwohl man Caterina Fake und ihren Kollegen nicht vorwerfen kann, dass sie nicht um Urheberrechte bemüht sei (z.B. gibt es bei Flickr CC-Lizenzen schon recht lange).

Ich bin gespannt, ob YouTube auf die Kritik von Lessig antworten wird. Die Kritik ist berechtigt. Ich würde mal sagen, viele deutsche Video- und Photo-Plattformen können sich den Schuh auch anziehen...

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