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Blog Age - das Blog von Peter Schink

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Social Demokratie für wenig Geld

Die schnell aus dem Boden gestampften Websites sind manchmal die schönsten. In Berlin werden nach dem Verfassungsgerichtsurteil nun Spenden gesammelt - natürlich online. Das interessante: Auch die Offline-Presse findet sowas inzwischen janz spannend.

Ein Euro für Berlin
Ein Euro für Berlin

Noch vor wenigen Wochen haben wir uns in Berlin in kleiner Runde darüber unterhalten, wie man Politik online organisieren kann. Bis heute fehlen Tools, die politische Willensbildungsprozesse online abbilden und ordentlich mit dem Offline-Prozess zu verknüpfen bzw. nach Willensbildung rückzuführen. Aber das führt jetzt zu weit..

Es ist nämlich ganz hübsch, dass es Initiativen wie Politik Digital und iDemokratie gibt, die einfach viel ausprobieren und sei es mit noch so obskuren Ideen. Zweitere haben am Wochenende eine Seite ins Netz gestellt, um für die Pleite-Stadt Berlin symbolische Euro zu sammeln: 1-Euro-fuer-Berlin.

Und warum blogge ich nun drüber, wo ich doch nicht Netzpolitik heiße, oder so? Weil mich wundert, wie im Netz inzwischen Spenden gesammelt werden, denn selbst solche Seiten haben aus gutem Grund inzwischen einen Web-2.0-Touch.

Zum einen kann ich auf 1-Euro-fuer-Berlin als Spender meinen Namen veröffentlichen und mein Blog verlinken (ok, das konnte man bei virtuellen Unterschriftensammlungen schon öfter) - das Ganze wird aber von Christian Hochhuth und den anderen aber zu einer richtig hübschen Fotoleinwand zusammenmontiert. Die Ähnlichkeit mit anderen Websites (und hier und hier und hier) ist unübersehbar. Ist eben hübsch und Eitelkeiten werden natürlich auch noch bedient. Fehlt nur noch, dass ich meinen eigenen Freundeskreis einladen kann und dann in selbstorganisierten Gruppen über die Zukunft der Stadt diskutiere. Na, wie wär's? Immerhin dürfen wir alle am Ende abstimmen, wofür das Geld verwendet werden soll. Sagt Christian.

Nein, jetzt mal ernsthaft. Die Idee ist nett und zumindest symbolisch ganz hübsch. Schließlich hängen wir Berliner ja unserer Stadt.

Die Offline-Presse berichtet auch schon fleißig (heute die taz und Star FM, morgen die Morgenpost). iDemokratie hofft, dass am Ende mindestens 10.000 Euro rauskommen, die man Wowi dann vor Weihnachten übergeben kann. Zitat Christian per Mail: Sicherlich ein bisschen Satire, denn Berlin ist pro Bürger mit ca. 17.000 Euro verschuldet, aber es soll ein symbolisches Zeichen sein, dass die Berliner bereits sind, für „ihre Stadt“ zu spenden.

Na dann. Los geht's. Firmen dürfen übrigens mehr spenden, sagt Christian. Dafür dürfen sie dann ihr Logo platzieren.


Ähnlichkeit?

... gar nicht ...

... ist aber auch hübsch.

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