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Blog Age - das Blog von Peter Schink

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Erster Bürgerjournalismus-Streik im Netz

Bürgerjournalisten können ganz schnell ärgerlich werden, wie sich gerade herausstellt. Bei Gruner + Jahr ist der erste Bürgerjournalismus-Streik der Internet-Geschichte ausgebrochen.

Bei "Stern Shortnews" geht es in diesen Tagen hoch her. Der Verlag bzw. die ausfüphrende GoNamic GmbH hatte am 21. September die Spielregeln geändert und mal eben alle freiwilligen Moderatoren und Admins ihrer Ämter enthoben.

Die sahen sich um ca. 50 Euro Entschädigung im Monat beraubt und organisierten kurzerhand einen Streik und eine Unterschriftenpetition (und die Liste ist verdammt lang). Die Forderung der streikenden Bürgerjournalisten: Der Verlag solle ihre langjährige Arbeit würdigen. Bis zu einem Stichtag wollen die aktiven Shortnews-Schreiberlinge nicht mehr schreiben.

Mehr dazu gibt es in einem Bericht, der ausgerechnet ... in der Readers Edition erschien. Auch im Forum von Short News wird fleißig diskutiert, unter anderem in einem inzwischen 186 Seiten langen Thread.

Recht so. Dass meiner Ansicht nach die Plattformbetreiber von Bürgerjournalismus-Projekten ein paar wesentliche Spielregeln einhalten müssen, habe ich ja schon vor, während und nach dem Launch der Readers Edition gesagt. Dass die Lage bei so herben Einschnitten in eine Plattform eskalieren muss, war ja irgendwie klar.

Kommentare (2)

Nichts Neues
(geko, 12.10.2006, 08:16 Uhr #)

Natürlich musste das passieren! Diese Erfahrung musste schon manch andere Plattform machen, deren Erträge/PIs hauptsächlich von Community-Aktivitäten abhängen. Dumm sind die Engagierten nämlich nicht, sie kennen ihre Macht. Eine gezielte Aktion der Top 50 Aktivisten und eine Plattfom steht an der Wand.

Sei wachsam Plattform-Betreiber: Gebe nie alle Zügel aus der Hand!


(Peter Schink, 12.10.2006, 13:54 Uhr #)
Na, meiner Ansicht nach sollten die Plattform-Betreiber ganz im Gegenteil fast alle Zügel aus der Hand und in die ihrer aktivsten Mitglieder geben.

Bei der Readers Edition können die Aktiven auch über Layout, Anreize für Autoren und anderes entscheiden... letztlich über das gesamte System. Nur die Frage der Finanzierung und alles, was damit zusammenhängt, bleibt natürlich beim Plattformbetreiber. Aber jetzt will ich meinen Ex-Arbeitgeber nicht zu sehr über den grünen Klee loben ;)