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Google nutzt User Generated Content

Die Beteiligung der Nutzer von Websites verkommt inzwischen fast zur Unsitte. Nun nutzt auch Google erstmals offensiv die Strategie. Gestern startete der "Google Image Labeler" zur Qualitätsverbesserung von "Google Images". Das System "User Generated Content" könnte auch einfach heißen "Take Users Wasted Time".

Google Image Labeler
Google Image Labeler

Seit Freitag ist der "Google Image Labeler" online, als Beta-Version. Das Prinzip ist schnell erzählt: Es ist ein Spiel, bei dem zwei Nutzer (die sich nicht kennen) innerhalb von 90 Sekunden so viele Bilder wie möglich mit Schlagworten (Katze, Mietze, Haus) benennen sollen. Für jeden richtigen Treffer gibt es hundert Punkte - die lassen sich sammeln und natürlich mit einer Bestenliste vergleichen.

So what? Genau, es ist einfach nur ein Spiel, das einigermaßen Spaß macht, vorausgesetzt der zufällig ausgewählte Mitspieler ist nicht völlig unfähig. Zugleich ist es irgendwie ziemlich nutzlos - zumindest für die Spieler. Google selbst nimmt das Ergebnis "to help improve the quality of Google's image search results", wie auf der Website steht. Das funktioniert vor allem, weil bereits einmal gefundene Wortpaare eines Bildes für künftige Spieler nicht mehr zulässig sind.

Entwickelt hat das Spiel Luis von Ahn, Assistenz-Professor an der Universität Carnegie Mellon (ursprünglich trägt das Spiel den Namen ESP), der das Prinzip in diesem Vortrag hervorragend erklärt hat. Unter anderem wird bei dem Spiel auch aufgezeichnet, wie lange welche Spieler für bestimmte Aktionen braucht.

Das Resultat für Google, so der Plan: Ziemlich gut verschlagwortete Bilder. Erstaunlich ist vor allem die Power hinter dieser Art von "User Generated Content". Laut Luis haben das ESP bislang 75.000 Nutzer gespielt und einigten sich dabei auf etwa 15 Millionen Schlagworte. Viele spielten ESP an mehr als 20 Stunden in der Woche. Er geht davon aus, alle Google-Bilder ließen sich innerhalb weniger Wochen mit dem System verschlagworten.

Luis arbeitet schon mit der abgeänderten Version des Spiels, mit dem sich zuordnen lässt, an welcher Stelle in einem Bild ein bestimmtes Objekt befindet: Das Spiel heißt peekaboom (gibt's noch nicht bei Google :)

Das Prinzip bleibt gleich: "Take Users Wasted Time". Die Idee der grauen Herren aus Michael Endes "Momo" bekommen so endlich eine reale Gestalt. Auf der anderen Seite: Endlich können wir den Computern mal wieder zeigen, dass wir überlegen sind. Das Spiel existiert schließlich nur, weil Rechner zu einer Bilderkennung derzeit noch nicht im mindesten fähig sind.

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