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Blog Age - das Blog von Peter Schink

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Netscape kehrt das Social-Prinzip um

In der Blogosphäre schlug die Nachricht ein wie eine Bombe. Nach dem Netscape-Relaunch denkt man dort nach, Leute in der Community dafür zu bezahlen, dass sie Artikel posten. Das ist die Umkehr des Social-Prinzips.

Netscape
Netscape nach dem Relaunch

Es war ja eigentlich abzusehen. Communities von del.icio.us, digg und flickr produzieren so wertvollen Content, dass sich manch einer fragt, warum die das bloß freiwillig tun, ohne Geld dafür zu bekommen.

Der Gründer von Weblogs Inc und derzeitige Netscape-Betreiber, Jason Calacanis, gehört dazu - und hat auf seine Art eine Antwort dafür gefunden: Um mehr Content auf Netscape zu bringen, bietet er 1000 Dollar pro Monat für die Top-Leute an, wenn sie mindestens 150 Geschichten im Monat auf Netscape veröffentlichen. Klingt nach einer ziemlichen Notnagel-Aktion.

Das aber ist es die Abkehr vom Social-Prinzip. Wenn der produzierte Mehrwert (in Form von Links, Stories, Fotos, Videos) künftig vergütet wird, können sich viele Heavy-User freuen. Allerdings würde es in letzter Konsequenz bedeuten, dass Content im Internet irgendwann nur noch dann entsteht, wenn die Leute jedes Mal dafür bezahlt werden.

Soll Netscape die Leute ruhig löhnen. Yahoo und die anderen werden bald nachziehen müssen. Dafür gibt's dann auch gro0ße Werbebanner auf den Seiten.

Irgendwie aber sind mir werbefreie Seiten lieber, die liebevoll gepflegt werden. Ich glaube, ich bin nicht allein. Eines wird deshalb im "Web 2.0" bleiben: Die vielen kleinen Projekte, wo es nicht ums Geldverdienen, sondern eben um die Community, also die Gemeinschaft, geht.

Kommentare (1)

Money for Nothing
(Frank, 20.07.2006, 13:11 Uhr #)
Ich glaube, Netscape bzw. Calacanis könnte sich das Geld sparen. Vernünfiges und attraktives Angebot mit Inhalt und Funktion, dann schreiben die Leute auch so :-)