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Das Internet: Datenmeer oder Cyberspace?

Sehr hübscher Splitter aus Dirk von Gehlens neuem Buch "Eine neue Version ist verfügbar": Er stellt die Frage, was denn nun die beste Analogie für das Internet sei.

Klar ist, das Internet ist keine Datenautobahn. Der Weg ist zu schmal und vorgegeben, die Möglichkeiten zu gering. Und außerdem stink es nach Abgasen. Im Cyberspace dagegen ist alles weit, die Möglichkeiten sind unendlich. Wir entdecken neue Welten, neue Gefahren. Passt also als Analogie, die ja vor allem eine Aufgabe hat: Das bislang nicht Greifbare zu übersetzen, so dass jeder sich ein Bild von dem neuen (Neuland!) machen kann. Dirk von Gehlen plädiert trotzdem für das "Datenmeer" als Analogie (Zitat: "Die erhellende Kraft der Meer-Metaphorik scheint mir bisher noch unterschätzt.", Seite 60). Hauptgrund für ihn: Die Form des Informationszugangs im Internet hat sich extrem verändert, Informationen seien heute vielfältig, unbestimmt und verflüssigt. Einfach ausgedrückt: Der Cyberspace ist leer, das Meer ist voll und verändert seine Form ständig. Das Datenmeer passt ja sowieso auf viele Dinge: Die NSA schöpft daraus (Prism!), Menschen verlieren sich darin (Informationsüberflutung!) und Guttenberg säuft darin ab (Die Guttenplag-Leute haben im Trüben gefischt!). Die Reihe ließe sich beliebig fortsetzen - viele kleine Fische sind zusammen stark (ACTA-Erfolg), das Meer gehört allen (Netzneutralität), das Meer darf nicht verschmutzt werden (Spam) und manchmal geraten Tanker im Sturm in Seenot (Shitstorm!). Und natürlich, es braucht helle Leuchttürme um sich zurechtzufinden (Journalisten?). Ich mag das Datenmeer. Darin lässt sich surfen, eintauchen und schwimmen.

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