10.03.2006, 22:27 Uhr
Ich konnte gerade mit Lawrence Lessig an der Stanford University sprechen, der die "Creative Commons" entwickelt hat. Wir haben unter anderem auch über das gestrige Gerichtsurteil in den Niederlanden gesprochen - dass für das alternative Lizenzmodell ein ziemlicher Tiefschlag ist. Lessig kann dem aber auch etwas Positives abgewinnen.
Ok, nochmal von vorne. Ich war gestern zu Besuch bei "Meebo", die eine ziemlich coole IM-Website betreiben und dafür Geld von einem der größten Risiko-Kapitalgeber eingesammelt haben. Außerdem habe ich noch Mike Liebhold getroffen, der über das "lokale Web" forscht. Bin gestern nicht mehr dazu gekommen, das für Blog Age kurz aufzuschreiben.
Heute war ich zuerst bei LinkedIn, der US-Konkurrenz von openBC. Anschließend bin ich zur Stanford University gefahren, der Besuch bei Lawrence Lessig hatte einen ziemlich aktuellen Anlass, deshalb das also zuerst.
Der Fall: Podcast-Pionier Adam Curry hat gegen eine niederländische Zeitung geklagt, weil diese seiner Tochter bis zur Schule gefolgt ist und darüber schrieb, und außerdem weil die Zeitung dessen Flickr-Bilder nutzte, die mit einer Creative-Commons-Lizenz eindeutig für die kommerzielle Verwertung gesperrt waren.
Am Donnerstag fällte ein Gericht das Urteil. Demnach darf die Zeitung die Fotos nicht mehr drucken, andernfalls müssen sie pro Bild tausend Euro zahlen.
Da wollte ich natürlich von Stanford-Professor Lawrence Lessig wissen, wie er als "Erfinder" der Creative Commons das Urteil sieht. Seine Reaktion fiel geteilt aus. Zwar habe er noch keine Übersetzung des Urteils in Händen, sagte er. Aber: Immerhin seien die CC-Lizenzen an sich bestätigt worden - und habe die Copyright-Verletzung anerkannt. Das sei aber eigentlich nicht weiter verwunderlich, schließlich fußten die Lizenzen "konservativ" auf bestehendem Recht.
Die vom Gericht relativ geringe Buße von 1000 Euro pro Bild sei "nicht zwingend wenig Geld", so Lessig. Für "registrierte" Fotos sei in den USA eine Summe von 30.000 bis 150.000 Dollar üblich. Bei "nicht registrierten Fotos" werde dem Geschädigten in der Regel nur der finanzielle Verlust zugesprochen. Wie er das in diesem Fall einschätzt, sagte Lessig allerdings nicht. Ich muss zugeben, mir ist der exakte Unterschied auch nicht klar - und nicht, wie Flickr-Photos in diesem Zusammenhang zu bewerten sind. Sind 1000 Euro also viel oder wenig?
Update
erste Reaktion auch bei Markus Beckedahl von der deutschen CC-Gruppe:
http://www.netzpolitik.org/2006/niederlandisches-gericht-bestatigt-creative-commons-lizenz/
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19.10.2006, 15:54 Uhr
Da habe ich ja lange drauf gewartet: In Deutschland denkt ein erstes Medium darüber nach, seine Inhalte freizugeben. Die BBC dient als Vorbild. Vielleicht ja auch bald für andere.
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30.10.2006, 00:05 Uhr
Lawrence Lessig hat in seinem Blog einen provokanten Eintrag über "Fake-Sharing" von Web-2.0-Sites veröffentlicht. Darin greift er vor allem YouTube an - und Joi Ito stimmt zu.
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06.11.2006, 22:30 Uhr
Wo Musik ist, sind Urheberrechte. Und weil es auf YouTube viele Musikvideos gibt, will jetzt auch die Gema was abhaben.
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