08.11.2006, 10:55 Uhr
Bislang mischt sich Google in (Netz-)Politik nicht ein, die Kalifornier interessierten sich maßgeblich fürs Geschäft. Mit zunehmender Größe aber wächst die Gesellschaftliche Verantwortung, gestand auch Google-Sprecher Keuchel gestern Abend bei einem Auftritt in Berlin ein - und versprach, das werde sich bald ändern.
Dass Google zwar mit Google.org eine eigene Stiftung hat, sich sonst aber wenig in netzpolitische Debatten einmischt, ist bekannt. Der deutsche Google-Sprecher Stefan Keuchel drückte es bei einer Veranstaltung von Pro Dialog und Politik Digital gestern Abend so aus: "Wir waren überrascht, als man uns aufforderte, wir sollten uns in Deutschland doch in die Politik einmischen."
Wer hätte das in Deutschland bzw. Europa auch machen sollen? Google hatte bislang hier nur wenige Mitarbeiter, Keuchel zum Beispiel ist der einzige, der in Deutschland für Google-PR zuständig ist. Wenn es dann um Debatten wie Vorratsdatenspeicherung oder ähnliches geht, ist Google bislang einfach außen vor.
Das aber soll sich bald ändern, sagt Keuchel. Man sehe bei Google das Defizit und wolle die "gesellschaftliche Verantwortung" (O-Ton) wahrnehmen. Also mit Parteien reden, Lobbyismus betreiben, und so weiter. Da bin ich ja mal gespannt. Vielleicht kauft Google ja demnächst Netzpolitik für 1,65 Dollar.
Ein paar weitere interessante Snippets aus der Veranstaltung: 1. Google sieht sich selbst immer noch als mittelständisches Unternehmen. 2. Herr Keuchel glaubt nicht, dass es kurzfristig ein ernsthaftes Problem geben kann, weil Google zu 99 Prozent von Adsense/Adwords-Einnahmen abhängig ist. 3. Google hat auch wahrgenommen, dass die Berichterstattung über das Unternehmen kritischer geworden ist. Deshalb will man sich extrem um die Nutzer bemühen. 4. Google sieht sich selbst immer noch nicht als Content-Unternehmen, sondern als eines, dass "Technik" zur Verfügung stellt. Na dann.
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