Blog Age : kommunikation

10.05.2007, 08:32 Uhr

Blogs verändern die Kommunikation im Internet. Das wissen alle, aber im Detail ist es schwierig so etwas abzusehen. Mein Brötchengeber hat gestern wieder erfahren, dass Kommunikation im Web inzwischen anders funktioniert als noch zu Offline-Zeiten.

Gestern ist viel diskutiert worden, nachdem im Bildblog dieser Eintrag erschien. Da hat jemand bei der Welt in seinem Blog deftig geschrieben über jemand bei Bild. Wird im Konzern nicht gern gesehen, das kann man verstehen. Wie sagte ein Kollege so passend: Wenn jemand bei Chrysler über den Smart herzieht, geht das ja auch nicht. Und die bundesdeutsche Geschichte von Bild tut ihr Übriges dazu, könnte man sagen.

Aber egal. Der Streit, ob der geneigte Welt-Autor kritisch, mit spitzer Zunge und heftigen Worten über den Bild-Chefredakteur schreiben darf, ist nachvollziehbar.

Doch was sollte mit der Löschung des Postings bezweckt werden? Wenn der Zweck war, ein deutliches Statement abzugeben, dass Welt-Autoren nichts böses über Bild schreiben dürfen, hat es funktioniert. In den letzten 24 Stunden gab es 218 Einträge in Weblogs dazu, und selbst der Branchendienst Kress griff die Sache innerhalb von wenigen Stunden auf. Ich vermute nur, eine solch öffentliche Debatte wollte mein Arbeitgeber nicht eröffnen.

Die Aufmerksamkeit wurde jedenfalls durch die Löschung so groß, dass einige Medien darüber berichten. Kommunikation im Web 2.0 ist ein komplexes Konstrukt. Und ein Vorgehen wie das gestrige wird schnell bestraft und dient nicht gerade dazu, "Online first" zu leben und den Verlag im Internet nach vorn zu bringen.

Ich wünschte mir sehr, solche Veränderungen in der Internet-Kommunikation würden gesehen - die Kompetenz gibt es ja im Haus.

Aber irgendwie ist es schon toll. Dass die 68er doch glatt Debatten hervorrufen, die bis ins Web 2.0 reichen.

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