09.06.2010, 09:21 Uhr
Es gibt ein schönes Paradoxon in der digitalen Welt. Eines der grundlegenden Probleme der Informationsgesellschaft. Es dreht sich um die Explosion von Informationen und der Versuch ihrer Reduktion.
Das Problem ist schnell erklärt: Ursprünglich war es einmal die Aufgabe des Journalismus, viele in der Welt vorhandene Informationen auf das Wesentliche zu reduzieren. Journalisten erzählten deshalb in ihren Geschichten aus der Welt nur das, was spannend ist, was ein Skandal ist, was gelesen wird. Journalisten reduzierten unsere Realität. Die Wissenschaft nannte sie dafür Gatekeeper oder Agenda-Setter. Das Internet hat dieses gesellschaftliche Konstrukt von Grund auf verändert.Das Paradoxon der digitalen Welt lautet wie folgt: Es gibt immer mehr Menschen, die publizieren. Sie nennen sich Journalisten, Blogger, Twitterer, Wikipedianer, Foto-Sammler, Youtube-Mitglieder und Social Networker. Sie ballern uns zu mit Texten, Videos und Fotos. In jeder Länge und jeder Größe.
Journalismus wird wichtiger, funktioniert aber nicht mehr
Die Aufgabe der Komplexitätsreduktion wird also wichtiger. Das paradoxe ist nun, das diese Funktion des Journalismus zwar wichtiger wird, aber in der Praxis umso schlechter funktioniert.
Journalisten sind keine komplexitätsreduzierenden Gatekeeper mehr. Diese Rolle haben sie verloren, irgendwo zwischen Twitter und Youtube. Viele Nachrichten erreichen mich heute nicht mehr über Medien, sondern über soziale Netzwerke. Ich meine damit nicht, dass in Medien nichts relevantes mehr publiziert wird (darüber streiten wir an anderer Stelle ;). Ich will damit sagen, dass der Verbreitungsweg von Informationen nicht mehr an Medien gekoppelt ist.
Über das Internet lassen sich Informationen über persönliche Netzwerke, oder über alternative Publikationsformen wie Blogs und Twitter genauso schnell verbreiten. Und wir reden Dank Youtube, Facebook und anderen nicht mehr von Kommunikationsgewohnheiten einer kleinen Nerd-Gruppe.
Neue Informationsreduktion gesucht
Ich gehe jetzt noch einen Schritt weiter: Wenn die Kommunikationswege komplexer werden, werden sich die Menschen neue Wege der Informationsreduktion suchen.
Möglichst schnell und bequem das Relevante finden, lautet die Aufgabe. Das Relevante wird sich allerdings nicht mehr auf einer einzigen Seite im Netz finden, sondern an vielen verschiedenen Stellen - weshalb Informationsreduktion heute viel stärker mit Links auf Originalquellen arbeiten muss. Aggregatoren werden eine große Rolle spielen.
Dabei ist nach meiner Ansicht auch relevant, dass wir mehr als früher ein sehr individuelles Informationsbedürfnis besitzen. Er darüber hinaus interessiert, was gesellschaftlich und allgemein interessant ist.
Übertragen auf die Zeitung bräuchte diese heute mindestens ein kompletten Teil mit individuellen Nachrichten für mich. Individualisierung auf Themenebene („hier haste alle Nachrichten über Deinen Sportverein“) sind allerdings schon Anfang 2000 gescheitert. Wie persönliche Relevanz funktioniert, darüber lässt sich bislang nur spekulieren. Die vielversprechendsten Ansätze sehe ich derzeit in Projekten, die Informationen sammeln, die mein Freundeskreis verbreitet.
Um ein paar Anregungen zu geben, habe ich mal ein paar Screenshots radikaler Aggregationsansätze gesammelt. Dabei ist allerdings nichts, was mich zufrieden stellt. Mein persönlicher Favorit: paper.li. Dort wird Twitter aggregiert. Und ein ganz andersartiges Projekt zur Fussball-Weltmeisterschaft finde ich ebenfalls interessant (läuft leider nur bis Mitte Juni). Es fängt Social Media auf journalistische Art wieder ein: ThisIsSouthAfrica. Irgendwo dazwischen liegt die Quadratur des Journalismus.
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24.06.2009, 07:30 Uhr
Eine fulminante Überschrift. Unter selbiger fand gestern eine Podiumsdiskussion in der Landesvertretung Rheinland-Pfalz statt. Am Ende fanden die versammelten Journalisten doch die eine oder andere Antwort. Was das mit Web 2.0 zu tun hat? Irgendwie alles.
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27.01.2009, 13:24 Uhr
Zum ersten Mal seit langem habe ich mal wieder an anderer Stelle gebloggt. Für die Axel-Springer-Akademie schreibe ich jetzt einmal im Monat. Natürlich immer zum Thema Journalismus, diesmal zum Reizwort "Gatekeeper".
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18.10.2008, 16:16 Uhr
In meiner Eigenschaft als Journalist-Webfreak- Kombination bin ich hin und wieder auch auf Journalistenkongressen. Bei "Besser Online“ diskutierte in Hamburg heute die gesammelte Onlinejournalisten-Riege auf Einladung des DJV. Auftakt: Ein Podium mit den Online-Chefs von Bild, Spiegel, Focus, Tagesschau und ... dem Pressesprecher von Google.
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19.11.2005, 15:27 Uhr
Es gibt ja schon eine Reihe von Stadtblogs. Seit einer knappen Woche gibt es jetzt einen professionellen Dienst, der 26 Städte vereint. Stadtblogs kommen - mit oder ohne Herrn Promny.
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12.10.2006, 00:04 Uhr
Bürgerjournalisten können ganz schnell ärgerlich werden, wie sich gerade herausstellt. Bei Gruner + Jahr ist der erste Bürgerjournalismus-Streik der Internet-Geschichte ausgebrochen.
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08.09.2007, 10:43 Uhr
In Hamburg ist für den heutigen Samstag zum Mediacamp / Jonettag eingeladen. Dank Initiative von Falk sitzen nun zwischen grauhaarig alternden Journalisten ein paar Jüngere, die Journalismus irgendwie anders verstehen.
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08.09.2007, 16:20 Uhr
Weil auf dem Mediacamp mehrere Sessions gleichzeitig laufen, habe ich mich jetzt mit Oliver aufgeteilt. Er bloggt über eine Second-Life-Session, ich bin bei einer Session zu Bürgerjournalismus-Session. Konkret geht es um „Myheimat.de“.
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