23.08.2007, 08:57 Uhr
Freebase will eine Art strukturiertes Pendant zu Wikipedia werden. Zugleich aber soll es struktierierte Daten nicht nur für enzklopädische Dinge liefern - sondern für die komplette Welt. Die Idee der semantischen Struktur ist natürlich großartig, die Umsetzung leider nicht. Eine kleine Kritik.
Robert Basic hat schon darüber gebloggt, Michael Osl auch. Freebase ist jetzt für alle zugänglich (zumindest der Lesezugang) und präsentiert sich als "Public Alpha" der geneigten Weltöffentlichkeit.
Geplant ist die Seite als globale Datenbank, die nicht weniger als das Wissen der Welt in geordneter und strukturierter Form enthält. Soweit, so gut die Idee. Das fehlt Wikipedia, und Google Base hat diesen Ansatz nie verfolgt.
Allerdings finde ich Freebase aus mehreren Gründen nur eine bedingt brauchbare Plattform. Ich möchte nicht falsch verstanden werden, die zum Start existierende Datenbank ist schon großartig (2.725.494 Items). Aber bei der Umsetzung mangelt noch an vielen Stellen:
1. Die Usability ist einfach grauenhaft. Zu bunt, zu viele Informationen auf der Startseite. Zu viele Links, zu viele Kästchen und Schnörkelchen. Mal Hintergrudnfarbe, mal nicht.
2. Das Tool macht keine Lust zu surfen. Obwohl die Daten strukturiert vorliegen, sieht die Seite total unstrukturiert aus.
3. Die Struktur erklärt sich oft nicht von selbst. Warum ist "Location" eine Unterkategorie von "Time & Space". Das bleibt schon sehr abstrakt.
4. Die Eingabe neuer Daten ist recht gewöhnungsbedürftig. Ich habe zum Beispiel ewig gesucht, wie man Bilder zu Objekten hochladen kann, weil das Icon einfach zu klein war.
5. Warum gibt es keine ordentlichen, sprechenden URLs für die einzelnen Items - sondern nur kryptische Zahlenkolonnen?
6. Offene Frage: Werden Daten strukturiert eingegeben, muss nicht nur der Inhalt sondern auch die Struktur gepflegt werden. Heißt: Wenn der Begriff "München" zweimal angelegt wird (z.B. einmal davon englisch, einmal deutsch) - wie wird anschließend dafür gesoprgt, dass die zugeordneten Objekte irgendwann wieder zueinander in Beziehung stehen, also nicht mehr zwei vershciendenen "Münchens" zugeordnet sind?
Zum Schluss aber noch was positives: Ich denke, für viele Menschen ist es einfacher, strukturierte Daten anzulegen, als einen Enzyklopädie-Eintrag a la Wikipedia zu schreiben. Die Datenbank-Community könnte also wirklich groß werden, wenn die "soften" Faktoren passen. Ich habe zumindest mal meine eigenen Daten vervollständigt ;)
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