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Blog Age : diskussion

Eine fulminante Überschrift. Unter selbiger fand gestern eine Podiumsdiskussion in der Landesvertretung Rheinland-Pfalz statt. Am Ende fanden die versammelten Journalisten doch die eine oder andere Antwort. Was das mit Web 2.0 zu tun hat? Irgendwie alles.

Die Onlinemedien seien große Konkurrenz für die Printmedien, sagt Moderator Thomas Leif. Nein, widerspricht Wolfgang Blau. Und Hans-Jürgen Jakobs ergänzt: Die Zielgruppen würden sich kaum überschneiden. Das kann also das Problem nicht sein.

Wie also dann? Ach ja, die Rubrikenmärkte, also Stellenanzeigen, Partnerschaftsanzeigen und Immobilienanzeigen seien aus der Zeitung ins Internet gewandert, so Blau. Dort gebe es zudem soviel Werbefläche, dass die Preise viel niedriger seien als in der gedruckten Zeitung. Das wäre dann Problem Nummer eins: Das Medien-Geschäftsmodell funktioniert nicht mehr wie gewohnt.

"Die Zeitung ist ein Medienkonzept, das aus dem Industriezeitalter stammt", sagt Blau. Die Printausgabe der Zeitung müsse eben viele verschiedene Menschen bedienen, und das zu einem vorgegebenen Zeitpunkt am Tag. Das werde dem Informationsbedürfnis der Menschen nicht mehr gerecht. Das sei ein Grund warum die Auflagen sinken. Da ist ein Teil von Problem Nummer zwei: Die Zeitung wird von vielen Menschen nicht mehr geschätzt.

Und was hat das alles jetzt mit Web 2.0 zu tun? Kann man nach dieser Diskussion nicht sagen, darüber wurde nicht geredet. Und das, obwohl junge Menschen inzwischen ganz anders kommunizieren und sich informieren. Obwohl die viel lieber YouTube-Videos gucken statt Analysen im Print zu lesen. Obwohl ihr Konsumverhalten ein wesentlicher Teil des Problems ist.

Warum aber nutzen die Menschen denn die klassischen Medien und insbesondere die Zeitungen weniger als früher? Vielleicht weil es gar nicht mehr wichtig ist, zu wissen, was dort erzählt wird. Weil die spannenden Geschichten oft woanders zu finden sind. Weil persönliche Kommunikation wichtiger geworden ist als Top-Down-Kommunikation über Medien. Weil ein Rückzug ins Private stattfindet. Weil sowohl das Web fragmentierter wird wie auch die Gesellschaft als Ganzes.

Auf diese Herausforderungen müssen wir Antworten finden. Vom Web 2.0, von Twitter, Youtube und Facebook können wir Medienmacher dabei viel lernen. Nicht nur viel. Eigentlich alles.

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