03.10.2010, 13:36 Uhr
Übermorgen vor fünf Jahren ist der erste Beitrag in diesem Blog erschienen. Damals herrschte große Aufbruchstimmung im Internet. Derzeit wird eher konsolidiert. Die Durchsicht alter Beiträge gleicht einer historischen Zeitreise.
Einer der ersten Text war ein recht euphorischer über Flock, den Social Browser. Recht durchgesetzt hat sich das Ding nie, richtig tot ist er aber auch noch nicht. Einen echten Bedarf hat Flock offenbar nicht befriedigt. Mal sehen, wie lange er sich noch hält.
Ganz anders ist es Ning erfahren, dem Meta-Netzwerk. Mein erster Beitrag darüber stammt vom 7. Oktober 2005. Ich habe die Ning-Leute später sogar im Silicon Valley besucht und fand Menschen, die wie alle anderen wahnwitzig überzeugt waren von dem, was sie tun. Leute mit Macher-Qualitäten, die loslegen obwohl (oder weil?) sie sich des Risikos voll bewusst sind. Ning hat inzwischen eine gutgehende Fangemeinde. Doch leicht hat es die kleine Firma immer noch nicht, als vergangenen Monat verkündet wurde, dass die kostenlosen Varianten eingestellt werden, ging ein Aufschrei durch die Fangemeinde.
Anderswo hat der Darwinismus inzwischen seine Opfer gefordert. So ist Edgeio (Bericht in Blog Age vom 9. Oktober 2005) inzwischen den Weg alles Irdischen gegangen, ebenso (18. Januar 2006) oder Ma.gnolia (3. Februar 2006). Auch die Yahoo Podcast-Suche gibt es nicht mehr (vorgestellt am 10. Oktober 2005).
Andere Dinge sind geblieben, wie zum Beispiel Newsvine (6. Januar 2006), Remember The Milk (15. Oktober 2005) oder der Google Reader (9. Oktober 2005).
Wieder andere Dinge wurden komplett umgestrickt. So wurde zum Beispiel aus der „Chicago Crime Map“ (7. Oktober 2005) das Everblock Chicago, eine Art Neighborhood-Suche.
Was bleibt?
Klar, viele Applikationen gibt es nicht mehr. Die Idee des „Read and Write“-Web ist geblieben und hat inzwischen seinen Weg in den Nachrichten-Alltag gefunden.
Die Trends sind heute andere, heißen Augmented Reality oder App-Welten. Diskutiert wird dann beispielweise, ob iOS und Android neue „Wallet Gardens“ produzieren. Ich schließe mich da einem sehr guten Text von Markus Breuer an, der schon aus dem März stammt: Er sagt, die Menschen werden letztlich danach entscheiden, was den größten Nutzen bringt.
Und das ist genau, was für mich die vergangenen fünf Jahre Internet so faszinierend gemacht hat. Das Internet verändert sich schnell. Wer wie zum Beispiel der RSS-Reader Bloglines die Zeichen der Zeit verpasst oder wie Google Wave keinen ausreichenden Nutzen aufweisen kann, fliegt raus. Es waren ironischerweise oft die einfachen Tools, die Erfolg hatten. Wie zum Beispiel „Flickr“, „del.icio.us“ oder „Remember The Milk“.
Ich selbst habe auch mein Hobby darin gefunden. Ob mit dem CMS Leanotype, dem Web20spot oder zuletzt mit BahnTweets!, ich fand immer eine Kleinigkeit zu programmieren, die es anderswo noch nicht gab. An meinen Projekten konnte man immer auch ablesen, wie sich die Schwerpunkte in der Web-Entwicklung verändern – erst „Read & Write“ mit Leanotype, dann „Collaboration“ mit dem Web20Spot und in 2010 dann „Twitter-Aggregation“ mit Bahntweets. In diesem Blog sind in der Zwischenzeit 510 Beiträge erschienen, die erfolgreichsten darunter waren die, die sich über Twitter (dieser!) oder Google (dieser!) weiterverbreitet haben. Blog Age ist sogar Teil der "Way Back Machine" geworden (hier lang) und damit für immer (?) konserviert.
Das Internet wird sich dagegen weiter rasant verändern. So hat „Wired“ in seiner Titel-Story im September wunderbar analysiert: „The Web is Dead. Long live the Internet.“ Und hervorragend ausgeführt, wie sich die Schwerpunkte verlagern, zum Beispiel von FTP hin zu Video-Traffic. Von Web-Nutzung hin zu App-Nutzung. Wohin die Reise geht, würde ich immer noch nicht prognostizieren wollen. Darauf freue ich mich auch die nächsten 20 Jahre.
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05.10.2005, 08:39 Uhr
Print wirkt. Eigentlich nicht. Aber was hat die angestaubte Kampagne des Bundesverbandes der Zeitschriftenverleger mit diesem neuen Blog zu tun? Klar, negative Abgrenzung. Blog Age handelt von "Read & Write".
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16.10.2005, 13:01 Uhr
Bislang hatte ich meine RSS-Feeds immer hübsch auf dem Desktop sortiert. Nun wollte ich das Wochenende mal nutzen, um alle Feeds ins Internet zu werfen, und dabei nicht Google sondern Bloglines verwenden. Und nu scheitere ich ausgerechnet am Feed meines eigenen Blogs.
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19.10.2005, 23:25 Uhr
Ok, Blog Age ist nun zwei Wochen alt. Weil ich mich in den letzten Tagen wahnsinnig gefreut habe, wie viele Leser das hier schon hat, wollte ich vor etwa sechs Stunden schon mal so etwas wie einen Geburtstagsartikel anfangen. Habe den Text wieder verworfen (zu viel sülz), aber Don Alphonso und Kai Pahl sei Dank, gibts jetzt doch noch einen Text.
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16.12.2005, 00:01 Uhr
Heute mal ausnahmsweise ein Posting in eigener Sache. Blog Age hat heute mit anderen Web-2.0-Bloggern einen gemeinsamen Webspot gestartet. Wir wollen unsere Geschichten künftig besser vernetzen.
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10.01.2006, 21:40 Uhr
Jetzt warten wir also auf den ersten PING. Auf dem "Web20spot" gibt es was Neues. Für andere Blogger, die das Thema Web 2.0 auch gut und wichtig finden.
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03.10.2006, 21:14 Uhr
Übermorgen wird dieses Blog schon ein Jahr alt. Google hat dem Kleinen ein passendes Geburtstagsgeschenk gemacht. Zeit zum Feiern - offline, versteht sich.
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