Blog Age

Was bleibt dem Internet vom vergangenen Jahr? Die Frage ist nicht leicht zu beantworten. Und dann wieder doch ganz einfach.

Eines vorweg: Ich habe zu wenig gebloggt und zu viel gearbeitet. Das kann sich wieder ändern. Aber (fast) zum Ende des Jahres will ich doch zumindest noch ein paar Dinge festhalten.

1. Ich habe viele Gespräche geführt, in denen es um Trends im Netz ging. Ich brenne selbst für alles Neue, stelle aber zunehmend fest, dass das manchmal einen Haken hat. Trends sind flüchtig. Jüngstes Beispiel ist die Diskussion um die "privaten Netzwerke". Facebook ist doch schon tot, versuchen durchaus kompetente Menschen zu analysieren (1 bzw. 2 und andere). Klingt wahlweise voraussschauend oder doch eher nach Wunschdenken. Würde mir ja auch wünschen, dass der Facebook-Wahn mal ein Ende hat. Aber die direkte kurze Sicht auf Dinge vernebelt manchmal den Weitblick.

2. Die Kehrseite: Echte Innovation im Netz ist manchmal nicht sofort zu erkennen, findet aber immer noch rasant statt (auch im siebten Jahr dieses Blogs). Ich nenn jetzt einmal ein kleines abseitiges Beispiel, das mich als Journalist sehr beeindruckt hat - um kurz zu verdeutlichen was ich meine. Es scheint zunächst abseitig, aber ich erkläre es gleich noch: Der Robokopter alias AS Drohne. Diese Drohne für Bastler wird per iPhone über ein eigenes Ad-hoc-WLAN gesteuert und liefert großartige Bilder. Findige Programmierer haben bereits eigene Apps mit neuen Steuerungen dafür entwickelt. Das kleine Stückchen Hardware lässt eine völlig neue Form des Journalismus zu, wie jüngst eindrucksvoll vorgeführt. Und ermöglicht eine neue Einschränkung von Privatsphäre. Niemand würde den Robokopter wirklich als große Innovation huldigen. Aber ich bin mir fast sicher, dass wir ähnliche Bilder wie untenstehendes Video bald in der Tagesschau oder auf FAZ.net sehen werden. Und es wird den Begriff von Öffentlichkeit in einigen Bereichen ändern.

3. Alles bleibt. Die Grundkonstanten der Entwicklung sind in meinen Augen gleich geblieben. Menschen nutzen, was ihnen am meisten Nutzen bringt. Was technisch möglich ist, wird auch kommen. Werbung kann manches in Bewegung bringen (Apple!), aber die Entwicklung unserer digitalen Welt beeinflusst sie letztlich nicht.

Das war's auch. Facebook wird solange bestehen, solange es nichts besseres gibt. Und kaum länger.

Eine Sache noch. Das Internet neigt zu Monopolen (steht schon 2007 hier, aber besser 2011 hier) und keineswegs zwingend zur Freiheit, trotz den großartigen Entwicklungen in Tunesien, Ägypten, Libyen und anderen Staaten in diesem Jahr. Es gibt keien Selbstläufer. Das Netz bleibt ein Werkzeug, das sich nahezu beliebig nutzen und missbrauchen lässt.

2011. Danke. Für alles und noch viel mehr...

1. Doppelstern, ohne Worte.
2. FAZ.net ist neu und einiges andere bald.
3. Robin ist nicht mehr unter uns. Wir bleiben noch ein Weilchen.
4. Kleiner Trost. Medienrauschen lebt wieder.
5. 2012 wird ein tolles Jahr.

Euch allen ein paar entspannte Tage. Das nächste Jahr wird Klasse.

Kommentare (5)

5 + 5
(Dirk, 15.12.2011, 09:56 Uhr #)
5. Für uns alle. Immer wieder gerne 5.
Für Euch viel 1a, speziell 1b, viel Erfolg und frohe Weihnachten!

@Dirk
(Peter, 15.12.2011, 10:01 Uhr #)
Danke, ebenso!! Wir sehen uns, aber bitte noch 2011 ;)

hmm
(Nadja , 05.02.2012, 13:10 Uhr #)

Jeder der weiß, wie aufwendig ein Blog ist, der kann es dir nachsehen. LG

2011
(, 01.03.2012, 17:22 Uhr #)
2011 war wirklich in jeglicher Hinsicht ein aufregendes Jahr. Wenn ich alleine an die Occupy-Bewegung denke, hat sich im Denken der Menschen einiges getan.

2011
(Simon, 01.03.2012, 17:23 Uhr #)

so ist es, weise Worte..

















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