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Medien und Internet sind ein Spannungsfeld, schon immer gewesen. Die Leipzig School of Media hat heute eine Fachkonferenz dazu veranstaltet – und durchaus spannende Antworten in den Raum geworfen.

Journalisten müssten sich wieder mehr spezialisieren, war eine der Eingangsthesen von RZ-Chefredakteur Christian Lindner. Er meinte das ganz praktisch: Redakteure sollen nicht mehr Seiten produzieren UND Geschichten finden. Er fordert eine klare Splittung zwischen beiden Berufsbildern. Und trennt seine Redaktion entsprechend.

Die These ist stark, weil man sie auch auf viele andere Bereiche beim digitalen Wandel übertragen kann. Die Produktion verschiedener Kanäle Zeitung, Web und Mobil fordert jeweils Spezialwissen. Social Media ist eine eigene Qualifikation, Video ebenso, Web-Produktion ebenso, Printseiten-Produktion ebenso. Da entstehen viele Berufsbilder.

Das wurde wunderbar ergänzt durch Professor Michael Haller, der eine „Relevanz und Kompetenz“ der Inhalte fordert. Dies müsse zum einen „channel-angemessen“ sein. Zum anderen müssten Themen vom Interesse der Leser aus gedacht werden.

Spannend auch seine These: Online-Journalismus müsse besser ausdifferenziert werden. Es gäbe Breaking News, Weltwissen, Konsum und Kommunikation als wesentliche Elemente – all diese müssten online stattfinden. Aber eben auch deutlich sichtbar und fokussiert.

Möchte man noch ergänzen, das sei ja irgendwie alles logisch. Nur das man diese Erkenntnisse kaum bei irgendeinem Verlag umgesetzt sieht. Es gibt aber auch eine kurze Antwort, warum das so ist: Es gehört noch einiges dazu, das eigene Geschäft als Verlag so radikal umzubauen und noch dazu so schnell, wie sich das Netz entwickelt.

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