02.05.2009, 20:23 Uhr
Auf dem Politcamp 09 haben Politiker von FDP, CDU und Grünen heute über politische Kommunikation im Web diskutiert. Eine zentrale Frage dabei: Wie direkt kann politische Kommunikation eigentlich sein?
"Bei Twitter und Facebook hat man sehr viel mehr ernsthafte Nachragen als bei Abgeordnetenwatch, die nerven einfach nur noch", findet Volker Beck (@volker_beck). Und freut sich über den direkten Kanal zu politisch interessierten Menschen.
Natürlich, Beck gehört zu den Web-Vorreitern in der politischen Kaste. Und weist damit auch den Weg für alle, die dieses Jahr Internet-Wahlkampf planen. Beck hat auch eine These dazu, warum sich Wahlkampf im Web 2.0 lohnen könnte: "Twitter ist für einen Poltiker spannend, weil mal schnell und zeitnah kommunizieren kann und Leute erreicht, die man über die Presse nicht ansprechen kann."
Klar, ist eigentlich eine Binsenweisheit, aber setzt vor allem eines voraus: Im Netz wird von Politik Authentizität erwartet. Oft aber twittern schon heute nur die Mitarbeiter der Abgeordneten und Kandidaten. Das kommt komisch rüber, klingt oft nach Pressemitteilung 2.0. Gleiches gilt natürlich auch für Politikerblogs und Facebook-Profile.
Problem ist schlicht: Das Mehr an Kommunikation ist oft ein Problem für das knappe Zeitbudget der Handelnden. Allerdings, darüber sind sich zumindest die Podiumsteilnehmer einig: Die Aktiven, die Multiplikatoren und Unterstützer lassen sich über Twitter und Facebook so einfach ansprechen wie nie. Und auch die Presse lauscht den neuen Kanälen. Der Aufwand für Authentizität würde sich also lohnen.
Nicole Simon sieht das etwas anders und sagt auf dem Podium: "Ich habe überhaupt kein Problem damit, wenn das Büro eines Abgeordneten Informationen bei Twitter reingibt, solange die auch als Mitarbeiter erkennbar sind." Gefragt ist also nicht unbedingt bedingungslose Authentizität, sondern einfach ehrliche und transparente Kommunikation...
Das Politiker die Kommunikation im Netz künftig nicht ganz alleine übernehmen können, ist irgendwie logisch. "Irgendwann wird bei Twitter der Switch kommen, wenn der Rückkanal zu voll ist", ist sich Nicole sicher. Wenn nicht nur die Early Adopter sondern eine Mehrzahl der Menschen die neuen Kommunikationswege in die Politik annehmen. "Die Querulanten haben Twitter schlicht noch nicht entdeckt", sagt sie. "Aber die sind nur wenige Schritte hinterher."
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Kommentare (2)
(ben_, 10.05.2009, 20:05 Uhr #)
Ich möchte anzweifeln, dass Politik überhaupt authentisch sein kann, zieht die bundesdeutsche Politik doch v.a. diejenigen an, die an der Macht interessiert sind, und deren Gesetz verbieten jede Form Authentizität. Authentizät macht angreifbar und kostet unnötigen Arbeit.
Und Twitter … halte ich für die Bildzeitung 2.0 – Dikatur der Masse.
Arroganz...
(Peter Schink, 13.05.2009, 12:10 Uhr #)
Hi Ben, ich denke, tatsächlich hat Politik ein Problem mit kommunikation 2.0 Weil Arbeit und wenig erfolgversprechend. Aber immerhin gibt es einige, die offen damit umgehen.
Deine Einschätzung zu Twitter ist arroganter Nonsens, im übrigen. Ich followe den Leuten, die ich für kompetenz, witzig und interessant halte. Da ist nix von Masse.
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