25.06.2008, 07:59 Uhr
War gestenr auf der "Search Engine Strategies" -Konferenz (SES) in Hamburg. Da treffen sich Suchmaschinen-Optimierer. Und dort habe ich einem Panel zu "Social Media" gelauscht. Aber warum interessieren sich SEO-Typen für Web 2.0? Darum.
Die Erkenntnis ist eigentlich so banal wie schwierig: Wenn Suchmaschinen-Optimierer dazulernen wollen, schauen sie inzwischen ins Web 2.0. Man nennt das "Social Media Optimization" (SMO).
Warum? Zum Beispiel bringt eine Geschichte auf der Startseite von digg.com ca. 50.000 bis 80.000 Website-Besucher, innerhalb eines einzigen Tages. Auch bei del.icio.us, facebook und anderen lassen sich zehntausende Nutzer finden. Da kommen die SEO-Experten ins Schwärmen.
Diese Entwicklung ist gefährlich. Warum?
Ein Beispiel aus meinen Erfahrungen mit Twitterlinkr, das ich betreibe. Ein Programm, dass Links von Twitter sammelt. Seit ich dort die so geannte "Public Timeline" einlese (also alles, was auf Twitter gepostet wird), wird meine kleine Website von SMO-Spam geradezu überflutet (z.B. Stichwort "Insurance"). Der Grund: Alle möglichen SEO-Typen posten inzwischen Links auf Twitter. Sie stellen auch vermeintliche Fragen auf "Yahoo Clever", veröffentlichen zweifelhafte Nachrichten auf "Webnews" oder posten Kommentare in Blogs.
1. Problem: Startup-Firmen wie Digg, Twitter, Yigg und Co. rechnen beim Start nicht wirklich damit, mit Spam umgehen zu müssen. Deshalb gibt es dort viel Spam. Ich persönlich sehe bislang nicht, dass der Großteil der neuen Startups in absehbarer Zeit die Kraft hat, dem Spam Herr zu werden.
2. Problem: Spam in Web-2.0-Websites wird von Nutzern oft zu Beginn gar nicht als solcher erkannt. Das freut die SEOs, aber führt natürlich zu rapide sinkender Qualität.
3. Der Multiplikatoreneffekt ist enorm: Selbst Google präsentiert auf der ersten Ergebnisseite inzwischen oftmals einen kleine Ergebnisschnippsel auf digg.com oder youtube.com. Wenn die SEO-Leute es erst mal schaffen, ihre Kunden dorthin zu pushen, erhalten sie von Google quasi noch das Gütesiegel "bevorzugter Inhalt". Dabei handelt es sich teilweise um Müll, den niemand haben will.
4. Social-Media-Plattformen müssen also ähnlich wie vor zehn Jahren die Suchmaschinen dringend lernen, mit SMO umzugehen und so etwas zu filtern. Der Kampf ist aber ungleich schwerer, weil es sich nicht um das einfache Wettrüsten mit technischen Algorithmen handelt. Es handelt sich um intelligenten Spam, der ungleich schwerer zu filtern ist.
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Kommentare (2)
(igor, 25.06.2008, 09:52 Uhr #)
#### SMO DETECTED #####
Link: http://www.twitterlinkr.com/
Gegenmassnahme: Abbruch Lesevergnügen
#### DISCONNECTED #####
hmmmm....
(Peter Schink, 25.06.2008, 17:25 Uhr #)
Qualifizierter Kommentar, würde ich sagen ;)
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