06.05.2008, 18:04 Uhr
Die deutschsprachige Wikipedia führt nun endgültig eine deutlich sichtbare Qualitätskontrolle ein. nachdem es ja schon einige Vorkehrungen gegen Vandalismus gab, bekommen unangemeldete Nutzer künftig per default "gesichtete Versionen" zu Gesicht.
Das heute eingeführte Prinzip funktioniert so: Alle Artikel werden von so genannten "Sichtern" (Autoren mit speziellem Status) auf Vandalismus geprüft und anschließend als "gesichtet" gekennzeichnet. Diese Version des Artikels wird dann angezeigt, bis eine neue Sichtung erfolgt.
Heißt: "Normale" Autoren oder anonyme Benutzer können zwar Änderungen durchführen, aber die gehen nicht online, solange kein "Placet" durch einen Sichter erfolgt [mehr dazu bei Wikipedistik oder Heise].
Wikimedia e. V. verlautet nun, auf diese Weise "die Qualität und Verlässlichkeit der freien Online-Enzyklopädie steigern zu wollen".
Den Charakter der Wikipedia ändert das aber meiner Ansicht nach wesentlich. Wer editiert schon gerne, wenn er das Resultat anschließend nicht vor Augen hat?! Ich jedenfalls bin sehr skeptisch und finde die Regelung alles andere als begrüßenswert. Und bleibe gespannt, ob die Geschwindigkeit der Sichtungen mit den Ansprüchen der Autoren Schritt halten kann.
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