Blog Age

Es flattern ja immer wieder mal Mails für Startups in meine Mailbox. Was mir heute passiert ist, habe ich noch nie erlebt. Whatsyourplace.de verkauft "virtuelle" Grundstücke - für absolute Wucherpreise.

Museumsinsel für 83 Euro kaufen
Museumsinsel für 83 Euro kaufen...

Das Abzock-Prinzip von Gründer Tobias Lampe und
Christian Weese ist einfach und dreist zugleich. Die Münchner haben eine Website gebaut und soeben live gestellt, auf der man Flächen auf Google Maps aufziehen kann. Für die wird dann sogleich eine horrende reale Summe in harten Euro fällig.

So kostet etwa der nördliche Teil der Museumsinsel in Berlin 83,88 Euro, das Kapitol in Washington beläuft sich auf 38,74 Euro, der Eifelturm ist schon für 11,23 Euro zu haben (natürlich je nachdem, wie man das Planquadrat aufzieht). Immerhin, das Geld kann man sich gleich per Lastschrift, Überweisung oder Kreditkarte abbuchen lassen.

Dazu wird dann irgendwas von "Community" gefaselt, und natürlich Guerilla Marketing und so. Offenbar soll das Konzept funktionieren wie das der Million Dollar Homepage. Wenn erst mal genug Leute auf den Schwachsinn einsteigen, zahlen die Leute gerne.

Wären das Centbeträge gewesen, hätte man darüber reden können. Eine nette Idee ist es ja immerhin. Aber so ist das Abzocke, Jungs. Da könnt ihr Euch das Community-Gefasel in Eurem Blog sparen.

Und macht mal auf der Startseite deutlicher, dass es sich lediglich um einen "virtuellen Landkauf" handelt. Oder?

Update von 15:08 Uhr: Inzwischen gibt es eine Stellungnahme von Tobias Lampe. Darin schreibt er unter anderem...: "Als Vergleichsmaßstab kann man andere Premium-Communities heranziehen. Bspw Xing. Hier kostet die Premium-Mitgliedschaft ein paar Euro pro Monat." Und weiter: "Weiterhin ist die virtuelle Parzelle bei uns 'Eigentum', das heißt, wer bei uns eine Parzelle kauft, kann diese auch verkaufen. An eine Preissteigerung muss man nicht glauben, die Perspektive besteht aber durchaus. Schließlich lässt sich virtuelles Land als Geschenk kaufen - vergleichbar ist dies mit Mondgrundstücken / Sternen, die man von anderen Bietern kaufen kann. Ein Mondgrundstück kostet mW über 30 Euro. Nach meiner Meinung ist der Symbolwert eines individuellen Ortes jedoch höher."

Tobias schreibt zudem von hohen laufenden Kosten, genauer "Transaktionskosten an die Banken" und "hohe Lizenzgebühren für Google". Man könne den "Service" deshalb gar nicht billiger anbieten.

Dazu sage ich lieber nichts mehr.

Update von 18:23 Uhr: Inzwischen gibt es auch in deren Blog einen Eintrag zum Thema Bepreisung.

Kommentare (3)

Trackback geschickt?
(Torsten, 26.11.2007, 08:01 Uhr #)

Hast Du keinen Track- oder Pingback geschickt? Oder wurde der schon gelöscht?

Ping gerade eben
(Peter Schink, 26.11.2007, 09:33 Uhr #)
Ping hatte ich vergessen, bei meinem Blog muss ich das doch immer manuelle machen :(

Tiergarten haben will
(Gerd, 26.11.2007, 09:35 Uhr #)

Ich wollte doch schon immer den Tiergarten haben. Der kostet allerdings knapp 1.800 Euro (in vier Teilen, weil man ihn nicht in einem Stück markieren kann)

ABZOCKEEEEEEEE.

















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