10.10.2006, 00:51 Uhr
Broadcast Yourself, sagt YouTube und verkauft sich selbst. Am Montag wurde der teuerste Verkauf in der Geschichte der Social Software bekannt gegeben.
Am Freitag war zum wiederholten mal das Gerücht aufgekommen, Google wolle Youtube übernehmen. Am Montaganachmittag amerikanischer Ostküstenzeit wurde der Deal dann offiziell mitgeteilt: Die Video-Plattform (Launch im Februar 2005) und alle Mitarbeiter werden von den drei Gründern Chad Hurley, Steve Chen und Jawed Karim für 1,65 Milliarden Dollar (derzeit ca. 1,3 Milliarden Euro) an Google verkauft [und ich tippe die ganze Zeit statt "Milliarden" nur "Millionen",tsss]. Die Marke soll erhalten bleiben.
Damit haben die Such-Spezialisten aus dem kalifornischen Palto Alto alle Mitbewerber geschlagen: Auch Yahoo, News Corp., Viacom und Microsoft sollen zwischenzeitlich an YouTube interessiert gewesen sein. Für Google bringt YouTube vor allem eines: treue Fans und aktive Mitglieder, nach eigenen Angaben gibt es mehr als 50 Millionen registrierte Nutzer und 20 Millionen Unique Users jeden Monat. Mit Video-Technologie hat man bei Google schließlich selbst genug Erfahrung.
Auch für die Investoren hat sich der Deal gleich mehrfach gelohnt. Sequoia Captial hat laut "New York Times" in zwei Finanzierungsrunden im November 2005 und April 2006 insgesamt 11,5 Millionen Dollar investiert - und besitzt deshalb 30 Prozent der Firmenanteile. Google überweist demnächst also 495 Millionen Dollar an die VCs. Lustig, ist doch Google einstmals auch von Sequoia finanziert worden.
Als Intnertnutzer allerdings darf man skeptisch bleiben: Der Hunger von Google, Yahoo, Microsoft und News Corp. ist problematisch. Die entstehenden Oligopole erzeugen zum einen einen enormen wirtaschftlichen und technologischen Vorsprung vor potentiellen Mitbewerbern. Zum anderen werden Social-Software-Plattformen wie del.icio.us (Yahoo), flickr (Yahoo), MySpace (News Corp.), YouTube (Google) oder Blogspot (Google) immer attraktiver, gerade durch der Vielzahl der Nutzer. Das verstärkt die Verdrängungstendenz ohnehin. Da kann man Sevenload und Mister Wong nur viel Durchhaltevermögen wünschen.
Und für alle Skeptiker: In diesem YouTube-Artikel bei Wikipedia steht unter "Kritik" sehr schön aufgedröselt, warum man der Plattform auch skeptisch gegneüber stehen kann: Mangelnde Qualität, ungeklärte Urheberrechtsfragen und fragwürdige Inhalte.
[Update:] Das habe ich gerade (10.10., 20:23 Uhr) beim Stöbern in YouTube gerade wieder zufällig gefunden. Wie passend.
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