13.04.2006, 09:59 Uhr
"Google Calender" ist nach Monaten der Entwicklungsarbeit heute Nacht deutscher Zeit online gegangen. Es ist das Beste, was ich von Google seit dem Launch von GMail gesehen habe.
Es gibt schon so viele Kalender im Netz. Jetzt kommt Google und schlägt doch mal wieder alles, was bislang online ist. Abgesehen von der Fülle an Features ist es unfassbar, wie ähnlich "Google Calendar" einer Desktop-Anwendung ist (wenn auch teilweise noch ein wenig buggy). Nur ein Beispiel: Termine lassen sich beliebig auf einen neuen Tag und eine neue Uhrzeit quer über den Kalender schieben.
Das Ding hat nicht nur so viele Funktionen wie Outlook, es kann noch viel mehr.
In aller Kürze die Features, die ich bislang gezählt habe (ohne Anspruch auf Vollständigkeit natürlich):
- Termine anlegen per "Quick add"
- mehrere (!) eigene Kalender verwalten
- Wiederholungstermine anlegen
- Kalender von anderen einsehen und mit anderen teilen
- PDF-Ansichten von Terminlisten (statt normaler Druckfunktion)
- Terminagenda anzeigen
- eigene Termine durchsuchen (natürlich!)
- öffentlich im Netz stehende Termine durchsuchen (unfassbar!)
- öffentliche Termine in "Google Calendar" immer aktuell halten
- Feriertage aller möglichen Länder einblenden (und ausblenden!)
- Google öffentlich zugängliche iCal-Kalendar mitteilen
- Termine für Google-Suche durchsuchbar machen (Public Calendar)
- Gästelisten für Termine anlegen (Einladungs-Mail mit Zusage-Fkt.)
- Zusage einfach über Pop-Up-Bubble möglich
- Gäste können auf Wunsch auch weitere Gäste einladen
- Gäste per Mail informieren (mit Besätigungsoption)
- auf Wunsch werden Gäste auch über Terminänderungen informiert
- private oder öff. Termine unterscheiden (incl. Voreinstellung)
- einfaches Drag&Drop von Terminen, verschieben wie in Outlook
- Kommentierung von Terminen
- Reminder, zu einstellbaren Zeitpunkten (per Mail, PopUp, SMS)
- div. Settings (u.a. Wochen-Starttag, Datums- und Uhrzeitformat)
- Adressen von Terminen auf "Google Local" ansehen
- GTalk kann offenbar "busy" anzeigen, wenn ein Termin ist (?)
- Import von iCal und Outlook (steht im WSJ, finde ich aber nicht?)
- RSS (so simple, hätte ich fast vergessen)
Produkt-Manager Carl Sjogreen wollte übrigens gegenüber dem "Wall Street Journal" heute nichts zu einer möglichen Konkurrenz zu Outlook sagen. Es bleibt beim gewohnten Google-Statement: "Wir wollen lediglich großartige Produkte für unsere Nutzer zur Verfügung stellen." Ach so: Es gebe übrigens keine Pläne, im "Google Calendar" Werbung einzublenden, sagt Sjogreen.
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Kommentare (2)
Einfacher Grund..
(Falk Lüke, 14.04.2006, 23:19 Uhr #)
..warum es dir und mir gefällt: es ist spartanisch und recht flink. Jeder kennt das Prinzip, es unterstützt nette Sachen wie RSS - also schon ganz nett. Und vielleicht sogar ernsthaft benutzbar. Vermindert mein Magengrummeln bezüglich der "Googlepower" allerdings kein bisschen.
Okay, damit haben wir jetzt also einen Web-Ersatz für Outlook: GMail+GCalendar. Wenn Google dann noch eine Word-ähnliche Anwendung baut, die PDFs generieren kann; dazu eine, die Flash-Präsentationen generiert, dann müssen wir ernsthaft nochmal über das Verhältnis zwischen Brin/Page und Gates/Ballmer nachdenken...
(Peter Schink, 15.04.2006, 15:07 Uhr #)
Vor allem finde ich es bedenklich, dass selbst bei Online-Kalender Google die Nase vorn hat - das ist ein echtes Monopolproblem. Weil die Geld haben, machen sie besten Anwendungen. Mich würde mal interessieren, wie viele Google-Mitarbeiter daran gearbeitet haben.
Vor dem Hintergrund sollte man vielleicht mal nachdenken, ob Webanwendungen ähnlich wie Open-Source-Programme künftig vielleict von einer unabhängigen Community programmiert werden sollten. Ich stelle mir vor, einen Online-Kalender unter GPL zu entwickeln...
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